Bündnis gegen ein Sexkaufverbot


„Eine Kriminalisierung von Sexarbeit schützt nicht vor Zwang, sondern führt zu mehr Gesundheitsrisiken, Gewalt und prekären Lebensverhältnissen.“


Im Bündnis gegen ein Sexkaufverbot haben sich Fachverbände und Beratungsstellen zusammengeschlossen, um mit ihrer Expertise auf die erneut aufkommende Debatte über den Umgang mit Sexarbeit zu reagieren. Einzelne Abgeordnete verschiedener Fraktionen fordern ein so genanntes Sexkaufverbot, also die Kriminalisierung der Inanspruchnahme sexueller Dienstleistungen.

Das Bündnis wendet sich in einem Positionspapier entschieden gegen diese Bestrebungen. Denn, wie internationale Studien zeigen: Eine Kriminalisierung erhöht das Risiko der Betroffenen, Opfer von Gewalt und anderen Straftaten zu werden oder sich sexuell übertragbare Infektionen wie HIV zuzuziehen. Wer Sexarbeiter*innen tatsächlich unterstützen will, muss ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessern. Das gilt ganz besonders für Frauen mit aufenthaltsrechtlichen Problemen und ohne Krankenversicherung.

Sexkaufverbot schützt nicht gegen Zwangsprostitution

Die pauschale Kriminalisierung schützt insbesondere nicht, wie vielfach behauptet, gegen Zwangsprostitution. Im Gegenteil: Sexarbeiter*innen in prekären und gefährlichen Situationen werden besonders geschädigt, weil sie weiter marginalisiert und sichere Arbeitsbedingungen verhindert werden. Auch der Zugang zu Hilfe und Beratung wird mit einem Sexkaufverbot enorm erschwert.

Zum Bündnis gegen ein Sexkaufverbot zählen:

  • die Deutsche Aidshilfe e.V.
  • der Deutscher Frauenrat e.V.
  • der Deutscher Juristinnenbund e.V.
  • die Diakonie Deutschland – Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.
  • die Dortmunder Mitternachtsmission e.V. – Beratungsstelle für Prostituierte, Ehemalige und Opfer von Menschenhandel
  • contra e.V. Kiel – Fachstelle gegen Frauenhandel in Schleswig-Holstein

Pressemitteilungen und Stellungnahmen


Anlässlich des Internationalen Hurentages am 2. Juni 2020 mahnt der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb), die Covid-19-Pandemie nicht zum Anlass zu… mehr 

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2019 haben Fachverbände und Beratungsstellen heute ein Positionspapier zur… mehr 

djb in der Presse


Sechs Verbände und Beratungsstellen wie Aidshilfe und Frauenrat wenden sich gegen Bestrebungen, den Kauf von sexuellen Dienstleistungen zu verbieten. Link zur Webseite öffnen