100 Jahre Frauen in juristischen Berufen


Hauptziel und erster großer politischer Kampf des 1914 gegründeten Deutschen Juristinnen-Vereins (DJV) war es, die generelle Zulassung der zumeist promovierten Juristinnen zum Ersten und Zweiten Staatsexamen und den juristischen Berufen zu erreichen. Das „Gesetz über die Zulassung der Frauen zu den Ämtern und Berufen in der Rechtspflege vom 11. Juli 1922 (Reichsgesetzblatt 1922 I, S. 573) beseitigte endlich die formalen Hindernisse, gewährte Frauen Zugang zum Staatsexamen und schließlich zu den juristischen Berufen. Seitdem ist viel passiert – Zeit Bilanz zu ziehen, den Kämpferinnen der letzten 100 Jahre eine Bühne zu bieten und den Status quo kritisch unter die Lupe zu nehmen. Anlässlich des 100. Jahrestages 2022 führt der djb als Nachfolgeorganisation des DJV die Kampagne „100 Jahre Frauen in juristischen Berufen“ durch, die finanziell gefördert wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

Ausgehend von dem erfolgreichen Kampf für ein Berufsrecht in den Berufsfeldern, für die die Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts studiert haben, feiern wir den enormen Beitrag, den Juristinnen im vergangenen Jahrhundert zu Rechtsstaat und Demokratie geleistet haben, denn wo wären wir heute, ohne ihren Einsatz? Die Kampagne nimmt aber auch die aktuellen Kämpfe für Gleichstellung in den Blick und fragt: Wo stehen wir 100 Jahre später? Wo herrscht weiterhin Ungleichheit? Welche Kämpfe müssen noch gekämpft werden? Und wie schützen wir die Errungenschaften der letzten 100 Jahre, in Anblick von erstarkendem Antifeminismus und Rechtspopulismus, vor aktuellen und zukünftigen Angriffen?

Die Kampagne umfasst einen Festakt im BMJV im Sommer 2022, Veranstaltungen an historisch wichtigen Universitäten deutschlandweit, eine Podcast-Reihe und eine Wanderausstellung.

Mehr Informationen in Kürze.

Kontakt

Kampagnenleitung
Helen Hahne
Tel. +49 30 4432700
E-Mail

djb/SH