Navigation

Tätigkeitsbericht der Kommission Europa- und Völkerrecht (K EUV / K6)

2015-2017

Sabine Overkämping (SO), Kommissionsvorsitzende, Referatsleiterin im Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Magdeburg

Mitglieder der Kommission
  • Sylvia Cleff Le Divellec, LL.M., Unternehmensberaterin, Paris
  • Elisabeth V. Henn, Rechtsreferendarin beim Kammergericht Berlin, Promotionsstudentin im Berichtszeitraum
  • Prof. Dr. Ulrike Lembke, Professorin an der FernUniversität in Hagen, Hagen und Berlin
  • Katharina Miller, LL.M., Rechtsanwältin/Abogada und Unternehmensberaterin, Madrid
  • Dr. Katja Rodi, Wiss. Mitarbeiterin/Hochschuldozentin, Universität Greifswald

und fünf weitere Mitglieder sowie vier assoziierte / beratende Mitglieder.


Sitzungen

Die Kommission Europa- und Völkerrecht tagte an folgenden Sonntagen in der djb-Geschäftsstelle in Berlin:

  • 28. Februar 2016,
  • 23. Oktober 2016 und
  • 5. Februar 2017.

Stellungnahmen
  • Stellungnahme zum Vorschlag der Brüssel-IIa-Verordnung (in Zusammenarbeit mit der Kommission Zivil-, Familien- und Erbrecht, Recht anderer Lebensgemeinschaften), st17-09 vom 10.8.2017,
  • Stellungnahme djb zu den Politischen Forderungen 2017/18 der EBD, st17-04 vom 16.2.2017,
  • Stellungnahme zur Consultation on the European Pillar of Social Rights, st16-28 vom 25.12.2016),
  • Statement djb/FSR Supplement to CEDAW Alternative Report Germany 2016, st16-27 vom 30.9.2016,
  • Civil Society Commentary by the Deutscher Juristinnenbund e.V. (German Women Lawyers Association) and Frauensicherheitsrat (Women’s Security Council) in response to Germany’s evaluation as 2016 OSCE Chair of its steps to implement the OSCE Human Dimension commitments, st16-19 vom 14.8.2016
  • Stellungnahme zum Konzept des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz zur Umsetzung der CSR-Richtlinie – Reform des Lageberichts vom 27. April 2015, st15-14 vom 19.10.2015
  • Stellungnahme zum Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates zur Gewährleistung einer ausgewogeneren Vertretung von Frauen und Männern unter den nicht geschäftsführenden Direktoren / Aufsichtsratsmitgliedern börsennotierter Gesellschaften und über damit zusammenhängende Maßnahmen (Ratsdokument 16300/14), st15-11 vom 17.9.2015

Weitere Aktivitäten
  • Koordinierung der Mitarbeit des djb am CEDAW-Alternativbericht (siehe hierzu im Abschnitt „Völkerrecht“ und online), hierzu rechtspolitischer Fachaufsatz von Katja Rodi: „CEDAW – Fünf Buchstaben für Frauenrechte und Gleichstellung“, in: Recht und Politik (RuP) 3/2017, S. 361–364 (online, Zugriff 27.08.2017)
  • Vorstellung und Übergabe des Alternativberichts der CEDAW-Allianz an die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Elke Ferner am 14. Dezember 2016 in Berlin durch Katja Rodi.
  • Mitgliedschaft im Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR), wahrgenommen durch Katja Rodi.
  • Katharina Miller hat an dem W(omen)20 Gipfel am 25./26. April 2017 in Berlin als Sprecherin teilgenommen.
  • auf Anregung von Katharina Miller wurden Margarete Hofmann und Sabine Overkämping zum Forum „Transforming Leadership – Women, Men, Power and Potential“ der GIZ am 31. März 2017 nach Berlin eingeladen, um das EWSDGE Projekt vorzustellen.
  • Ulrike Lembke moderierte das Panel „Wie lässt sich die Umsetzung menschenrechtlicher Verpflichtungen empirisch überprüfen? Überlegungen am Beispiel der Implementation von Art. 24 UN-BRK“ mit Michael Wrase und Heike Engel, Workshop „Herausforderungen der Gesetzesevaluation und Rechtswirkungsforschung“ am 30. und 31. März 2017, WZB Berlin.
  • Für das Pressegespräch „Wir haben die Wahl – Forderungen des djb an die Parteien“ am 24. März 2017 in Berlin hat die Kommission Europa- und Völkerrecht die europarechtlichen und völkerrechtlichen Forderungen vorbereitet (djbZ 2/2017) und an der Pressemitteilung „10 Forderungen des djb an die Parteien zur Bundestagswahl 2017", pm17-04 vom 23.1.2017 mitgewirkt.
  • Pressemitteilung „60 Jahre Römische Verträge – Wieder mehr Gleichstellung wagen“ vom 23. März 2017, pm17-14 vom 23.3.2017
  • Pressemitteilung „djb sieht Handlungsbedarf bei sozialen Rechten auf europäischer Ebene“ zur Konsultation Sozialer Pfeiler, pm17-01 vom 2.1.2017
  • Pressemitteilung „djb und FSR fordern wirksame Umsetzung der deutschen Menschenrechtsverpflichtungen zu Frauen, Frieden und Sicherheit nach Resolution 1325“ des Sicherheitsrats, pm16-38 vom 14.12.2016
  • Pressemitteilung „Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik: Bundesregierung nach CEDAW-Alternativbericht 2016 zum Handeln aufgefordert!“ zur Übergabe des CEDAW-Alternativberichts, pm16-37 vom 13.12.2016.
  • Ulrike Lembke veröffentlichte Fachaufsatz: „Tackling sex discrimination to achieve gender equality? Conceptions of sex and gender in EU non-discrimination law and policies”, in: European Equality Law Review 2/2016, pp. 46-55 (online, Zugriff 27.08.2017)
  • Ulrike Lembke als nationale Expertin beim internen Treffen und der jährlichen Tagung des European Equality Law Network am 24. und 25. November 2016 in Brüssel.
  •   Elisabeth V. Henn als Podiumsteilnehmerin beim Fachgespräch „OSZE Menschenrechtsstandards in Deutschland – Frauen, Frieden und Sicherheit – Toleranz und Nichtdiskriminierung“ am 12. Oktober 2016 
in Berlin, Ulrike Lembke hat teilgenommen.
  • Sabine Overkämping hat an der Konferenz „50 Jahre UN-Menschenrechtspakte“, 3. Berliner Menschen- rechtstag, am 6. Oktober 2016 im Europa-Saal des Auswärtigen Amtes teilgenommen.
  • Country Report Germany „Gender Equality: How are EU rules transposed into national law” von Ulrike Lembke veröffentlicht (online, Zugriff 29.08.2027)
  • Panel participation Ulrike Lembke „The inclusion of ‚the other‘: the protection of the social rights of migrants in national and European courts“, with Alessandra Albanese, Stefano Civitarese Matteucci, Eva Hilbrink, Jeff King and Maria Dolores Utrilla Fernandez-Bermejo, ICON-S conference „Borders, Otherness, and Public Law“, June 17-19, 2016, Humboldt Universität zu Berlin.
  • Ulrike Lembke veröffentlichte Aufsatz für interessierte Öffentlichkeit: „Europäisches Antidiskriminierungsrecht in Deutschland“, in: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ) 9/2016, S. 11-16 (online, Zugriff 27.08.2017).
  • Sabine Overkämping als Podiumsteilnehmerin an der EBD Analyse zur EU-Gleichstellungspolitik am 1. Februar 2016 neben Renate Nikolay, Kabinettschefin der Kommissarin Vĕra Jourová, und Waltraud Dahs, RL’in BMFSFJ.
    • Beitrag von Ulrike Lembke auf dem grundundmenschenrechtsblog.de der Humboldt Law Clinic vom 26.11.2015: „Reproduktive Rechtlosigkeit als menschenrechtliches Problem in Deutschland (online, Zugriff 27.08.2017)
    • Ulrike Lembke als nationale Expertin beim internen Treffen und der jährlichen Tagung des European Equality Law Network am 23. und 24. November 2015 in Brüssel.
  • Pressemitteilung zum faktischen „’Aus’ für die Aufsichtsrätinnenrichtlinie?", pm15-45 vom 11.12.2015 und Pressemitteilung zum Ende der Blockade der Aufsichträtinnenrichtlinie „djb fordert Ende der Blockade gegen die Aufsichtsrätinnenrichtlinie: "Es ist Zeit für die EU-Richtlinie für Frauen in Leitungsorganen", pm15-40 vom 16.11.2015 sowie zum italienischen Kompromissvorschlag „Aufsichtsrätinnenrichtlinie der EU: Kompromissvorschlag ist richtige Weichenstellung, pm15-34 vom 17.9.2015.
  • Moderation des Panels "Zu_Recht. Feministische Forderungen für das 21. Jahrhundert" am 16. Oktober 2015 in Berlin in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung durch Katja Rodi.
  • Elisabeth V. Henn hat regelmäßig an den Fachgesprächen der interministeriellen Arbeitsgruppe im AA zur Umsetzung der Resolution des Sicherheitsrats 1325 teilgenommen und so an der Entstehung des Nationalen Aktionsplans zur Resolution des Sicherheitsrats 1325 mitgewirkt.
  • Ulrike Lembke hat den 42. Bundeskongress in Stuttgart zum Thema „Reproduktive Rechte“ maßgeblich mit vorbereitet.

djbZ
  • Katja Rodi, Ulrike Lembke und Beate Rudolf: Editorial und Fokus „CEDAW – Frauenrechtskonvention in djbZ 2/2017,
  • Beate Rudolf: CEDAW – Potenzial für mehr Geschlechtergleichheit in Deutschland in djbZ 2/2017,
  • Katja Rodi: Die Verhandlungen des CEDAW-Ausschusses zum deutschen Staatenbericht im Lichte des Alternativberichts in djbZ 2/2017,
  • Ulrike Lembke: Staatliche Handlungspflichten gegen geschlechtsspezifische Gewalt in djbZ 2/2017,
  • Ulrike Lembke und Katja Rodi: Geschlechterstereotype als Hindernis für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt in djbZ 2/2017,
  • Katharina Miller u.a.: Strategische Kompetenz für Frauen in Aufsichtsräten – auch für Juristinnen djbZ 1/2017,
  • Sabine Overkämping: Bericht aus der Abteilung Arbeitsrecht des 71. djt und Bericht von der Mitgliederversammlung der HUZPP (kroatische Juristinnenvereinigung) am 1. Oktober 2016 in Zagreb, Kroatien, in djbZ 4/2016,
  • EWSDGE Projektbüro und Katharina Miller, Silvia Cleff LeDivellec: Editorial und Fokus: European Women Shareholders Demand Gender Equality (EWSDGE) in djbZ 3/2016,
  • Katharina Miller: Die Errungenschaftsgemeinschaft am Beispiel Spaniens in djbZ 2/2016,
  • Sabine Overkämping: EBD-Analyse zur EU-Gleichstellungspolitik in djbZ 2/2016.

Europarecht

Schwerpunkt der europäischen Arbeiten bildete zunächst die weitere Umsetzung des EU-Projektes "European Women Shareholders Demand Gender Equality (EWSDGE)" insbesondere die Arbeit an der Dokumentation im Herbst/Winter 2015 sowie die Vorbereitung und Durchführung der Abschlusskonferenz am 11. Februar 2016 in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt bei der EU in Brüssel (siehe djbZ 3/2016). In diesem Projekt aktiv sind Silvia Cleff LeDivellec als französische Koordinatorin, Katharina Miller als spanische Koordinatorin und Sabine Overkämping, die als sog. Research Director im EWSDGE-Projektbüro u.a. koordinierend, vorbereitend und nachbereitend tätig gewesen ist.

Bestandteil des Projektes ist auch die Begleitung europäischer Gesetzgebung gewesen. Zum Vorschlag für eine sog. Aufsichtsrätinnenrichtlinie ist im Berichtszeitraum eine djb-Stellungnahme 15-11 vom 17. September 2015 (siehe oben) zum Kompromissvorschlag der italienischen Ratspräsidentschaft erstellt worden, die auch in die englische Sprache übersetzt wurde, so dass sie u.a. im EWSDGE Projekt mit den übrigen Koordinatorinnen diskutiert werden konnte. Der djb und die weiteren EWSDGE Projektbeteiligten setzen sich (erfolglos) für eine Beschlussfassung auf europäischer Ebene ein. Die Kommission hat den Richtlinienentwurf zwar noch nicht zurückgezogen, aber auch unter maltesischer Ratspräsidentschaft konnte im 1. Halbjahr 2017 die Blockade nicht aufgehoben werden, obwohl dies im Trioratspräsidentschaftspapier Anfang 2016 in Aussicht gestellt wurde.

Die sog. CSR-Richtlinie 2014/95/EU passte mit der Berichtsverpflichtung in Lageberichten großer Unternehmen in der Europäischen Union u.a. zum Thema Gender zum EWSDGE-Projekt. Innerhalb der K EUV ist deshalb schon im letzten Berichtszeitraum eine Task Force „Umsetzung CSR-Richtlinie“ eingerichtet worden, die am Vorabend der Gesamtkommissionssitzungen (beginnend am 16. Februar 2014) in Berlin getagt hat, zuletzt am 5. September 2015. Silvia Cleff LeDivellec, Katharina Miller und Sabine Overkämping sowie die deutsche Koordinatorin Birgit Kersten sowie die EWSDGE Projektmanagerin Miruna Werkmeister (ehem. Bucurescu) berieten zur Umsetzung. Dr. Silja Maul und Dr. Barbara Mayer engagierten sich durch wertvolle Beiträge zu der im Oktober 2015 veröffentlichten Stellungnahme 15-14 vom 19. Oktober 2015 (siehe oben).

Die EWLA Aktivitäten sind von der Kommission Europa- und Völkerrecht begleitet worden. Das EWSDGE-Projekt hat EWLA wiederbelebt. Es fanden regelmäßig Vorstandssitzungen (nicht nur per Skype) statt. Ob dies nachhaltig ist, wird sich beim EWLA-Kongress am 9. November 2017 in Luxemburg erweisen. Zur Verstärkung benennen nun die „großen“ Mitgliedstaaten der EU zwei Vorstandsfrauen. Neben Margarete Hofmann ist Sabine Overkämping deutsches EWLA-Vorstandsmitglied. Silvia Cleff LeDivellec ist französisches EWLA-Vorstandsmitglied und Katharina Miller spanisches EWLA-Vorstandsmitglied.

So wie der djb Mitglied der Europäischen Bewegung Deutschland (EBD) ist, ist EWLA nunmehr Mitglied von European Movement International (EMI). EMI verleiht seit 2016 jährlich einen Preis Frauen Europas (Women of Europe Award). Bei der 1. Preisverleihung am 1. Dezember 2016 wurden Kommissarin Margarethe Vestager als „Women in Power“ und Adela Ionela Dinu als „Women in Action“ geehrt.

EWLA hat am 20. Februar 2016 eine gut besuchte Lunch Debatte mit der Beschäftigungskommissarin Marianne Thyssen organisiert. Die EWLA-Sommerempfänge in der Hessenvertretung bei der EU in Brüssel werden sehr gut angenommen. Beim EWLA-Sommerempfang am 11. Juli 2016 hielt die Generaldirektorin für Justiz und Inneres des Rates Christine Roger die Festrede. Die Generaldirektorin Justiz der Kommission Tiina Astola war als Festrednerin zum EWLA-Sommerempfang am 10. Juli 2017 geladen.

Nicht gelingen konnte die Teilnahme an einer Ausschreibung der Kommission zur Finanzierung einer Geschäftsstelle. Die nötige Anzahl von nationalen Juristinnenvereinigungen als Mitglieder von EWLA konnten nicht nachgewiesen werden.

TTIP stand regelmäßig auf der Tagesordnung der Gesamtkommission. Für eine Stellungnahme des djb wurde kein Anhaltspunkt gesehen.

Eine Teilnahme an der Kampagne zum 12. Zusatzprotokoll zur EMRK, angefragt von Jutta Hermanns, RAV e.V., wurde durch ein Veto der Vorsitzenden der Kommission Verfassungsrecht, Öffentliches Recht, Gleichstellung gestoppt. Im Berichtszeitraum konnte es nicht gelingen, einen Meinungsumschwung zu erreichen. Die im Februar 2017 beschlossene Bildung einer Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer Stellungnahme für die Ratifikation unter Auswertung der Rechtsprechung des EGMR sowie wissenschaftlicher Veröffentlichungen gelang aus Kapazitätsgründen nicht.

Die Europäische Kommission hat keine Geschlechtergleichstellungsstrategie beschlossen, sondern lediglich eine Mitteilung „Strategisches Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter 2016 – 2019“ vorgelegt, die allerdings alle relevanten Aspekte thematisiert.  

Auf Anregung der Kommission Europa- und Völkerrecht hat die Kommission Recht der sozialen Sicherung zu den Empfehlungen des Rates vom 12. Juli 2016 zum Nationalen Reformprogramm Deutschlands 2016 Position bezogen (Stellungnahme 17-01 vom 20. Januar 2017) und zu den Empfehlungen 2017 eine Pressemitteilung 17-27 vom 19. Juli 2017 lanciert (siehe oben).

Die Arbeiten zur Stellungnahme zur Vereinbarkeitsrichtlinie, Vorschlag vom 26. April 2017 (KOM(2017)253final), haben begonnen, konnten im Berichtszeitraum aber nicht abgeschlossen werden. Die Pressemitteilung zur Stellungnahme sollte verbunden werden mit der Bewertung des Gender Equality Programms der estnischen Ratspräsidentschaft, die am 1. Juli 2017 begonnen hat.

Die jährlichen Arbeitsprogramme der Europäischen Kommission wurden regelmäßig geprüft.

Margarete Hofmann sagte die Überarbeitung des Leitfadens für Tätigkeiten auf europäischer und internationaler Ebene, der ursprünglich von Eva Schübel konzipiert wurde, zu.

Katharina Miller ist Vorstandsmitglied beim European Law Institut (ELI) und hat laufend über die Arbeiten berichtet und für die Teilnahme an der Mitgliederversammlung Anfang September 2016 in Ferrara, Italien, geworben.

Katharina Wolf ist im Berichtszeitraum wieder in den EBD-Vorstand gewählt worden und hat regelmäßig von ihrer Arbeit berichtet. Da sie zur Vorsitzenden der Europäischen Bewegung Sachsen gewählt wurde, hat Sabine Overkämping sie 2017 im EBD-Vorstand und bei der EBD-Mitgliederversammlung vertreten.

Anders als 2017 konnte 2016 ein Preis Frauen Europas der EBD vergeben werden. Als Preisträgerin ist Adriana Lettrari ausgewählt worden; Thema: Frauen in der Wendezeit.


Völkerrecht

Schwerpunkt der Arbeiten im Völkerrecht war die Koordinierung der Mitarbeit des djb sowie die aktive Mitarbeit von Kommissionsmitgliedern an der CEDAW-Alternativ­bericht­erstattung zum kombinierten 7./8. Bericht der Bundesregierung. Erstmals seit 2009 bot sich wieder die Möglichkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte in Deutschland umfassend und öffentlichkeitswirksam zu diskutieren. Die UN-Frauenrechtskonvention CEDAW gilt für alle Bereiche des politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Lebens und kann als Instrument für den gesellschaftlichen Wandel zur menschenrechtlich verbürgten gleichen Freiheit und Selbstbestimmung für alle Frauen eingesetzt werden. Hierfür hat die Konvention ein großes, aber weitgehend noch ungenutztes Potenzial. Alternativberichte zum Staatenbericht sind ein Baustein zur Nutzung dieses Potenzials. Grundsätzlich darf jede zivilgesellschaftliche Organisation einen eigenen Alternativbericht vorlegen, dessen Rezeptionschance aber recht gering sein kann. Daher wurde auch dieses Mal entschieden, den Bericht in einer Allianz zivilgesellschaftlicher Organisationen für die Parallelberichterstattung zu verfassen, welche ein breites Spektrum von Positionen und Perspektiven abbilden konnte.

Der djb hat sich inhaltlich wie personell sehr aktiv an der Parallelberichterstattung beteiligt. Seine Mitglieder wirkten in allen Arbeitsgruppen und auch in der besonders relevanten Redaktionsgruppe mit. Konkret waren dies Ruth Cohaus, Susanne Hüttmann-Stoll, Dr. Stefanie Porsche, Dr. Ulrike Spangenberg, Dr. Leonie Steinl und Marianne Weg sowie Ulrike Lembke als Sprecherin der Arbeitsgruppe „Gewalt gegen Frauen“ und Mitglied der Arbeitsgruppe „Gesundheit“ und Katja Rodi als Mitglied der Arbeitsgruppe „Bildung und Rollenstereotype“ und als Mitglied der Redaktionsgruppe, die die endgültige Textfassung des Alternativberichts erstellt hat. In den Arbeitsgruppen waren zivilgesellschaftliche Organisationen mit teils sehr unterschiedlichen Ansätzen, Zielvorstellungen und rechtlichen Kenntnissen beteiligt, was die Erstellung konsentierter Texte durchaus herausforderungsvoll gestaltete. So koordinierte Ulrike Lembke als Sprecherin der Arbeitsgruppe 5 zu „Gewalt gegen Frauen“ die Textbeiträge von 17 Organisationen, arbeitete in diversen Textfassungen Änderungswünsche ein, unterstützte die Kompromissfindung bei heiklen Themen und stand der Redaktionsgruppe für Rückfragen bezüglich des erstellten Kurzbeitrages zur Verfügung. Da die Arbeitsgruppe 5 zunächst ein ausführliches Diskussionspapier erstellt hatte, dessen Inhalte veröffentlicht und über das Berichtsverfahren hinaus genutzt werden sollten, brachte Ulrike Lembke dieses Papier durch umfangreiche redaktionelle Bearbeitung in eine veröffentlichungsfähige Fassung, die nun online ist.

Aus der Beteiligung an der Alternativberichterstattung folgte auch ein Fokus in der djbZ 2/2017, welcher von Katja Rodi und Ulrike Lembke konzipiert und redaktionell betreut wurde (siehe oben).

Katja Rodi hat auch einen Beitrag zu CEDAW für Recht und Politik verfasst (siehe oben).

Die Erstellung des CEDAW-Alternativberichts wurde von den djb-Mitgliedern nicht nur inhaltlich wesentlich bereichert und mitkoordiniert, sondern in Bezug auf die Gründung der Allianz, das Statut und die tatsächlichen Entscheidungsabläufe auch kritisch begleitet. Bei einem Treffen der djb-Mitwirkenden nach Übergabe des Berichts wurde der gesamte Berichtsprozess bilanziert und ein Eckpunktepapier abgestimmt, welches wichtige Hinweise für eine erfolgreiche Arbeit in zivilgesellschaftlichen Allianzen gibt und künftig als internes Hintergrundpapier im djb Verwendung finden soll.

Der Kontakt mit etlichen Frauenorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen aus der CEDAW-Allianz besteht nach Abschluss des Verfahrens weiter fort und ermöglicht weitere Kooperationen wie gemeinsame Veranstaltungen oder Veröffentlichungen in der Zukunft.

Die Mitwirkung am 6. Staatenberichtsverfahren zum Sozialpakt wurde dadurch verhindert, dass die Bundesrepublik Deutschland ihren Staatenbericht mit erheblicher Verzögerung erst im Jahr 2017 einreichte, was das gesamte Prüfverfahren in den Sommer/Herbst 2017 verlagerte.

Intensive Arbeiten erfolgten zur Umsetzung der Istanbul-Konvention durch Ulrike Lembke. In der Kommission Europa- und Völkerrecht wurde entschieden, bis zur erfolgreichen Ratifikation der Istanbul-Konvention deren Umsetzungsbedarf nicht öffentlich zu thematisieren. Da die Ratifikation recht spät erfolgte und eine Stellungnahme zur Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Grund von deren breitem Anwendungsbereich (Strafrecht, Familienrecht, Sozialrecht, Staatshaftungsrecht u.a.) der Zustimmung aller anderen Kommissionen bedarf, bietet es sich an, die Abstimmung dieser Stellungnahme auf die Zeit nach den djb- und den Bundestagswahlen zu verschieben. Ein geeigneter Zeitpunkt für eine besonders wirksame Veröffentlichung der Stellungnahme wäre um den 25. November 2017 – Tag gegen Gewalt gegen Frauen – gegeben.

Die Arbeiten zum Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte wurden be­obachtet. Ein Tätigwerden empfahl sich nicht.

Die ILO entwickelt ein Instrument zur Gewalt am Arbeitsplatz. Es sollte diesbezüglich Kontakt zur Leiterin des deutschen ILO-Büros in Berlin, Dr. Annette Niederfranke, aufgenommen werden, um eine Beteiligung des djb zu beraten.

Das Völkerrechts-Mainstreaming hat sich im ersten Anlauf nicht durchsetzen können. Es fehlt bisher an praktikablen Abläufen für eine Implementation der unterstützenden menschenrechtlichen Expertise der Kommission Europa- und Völkerrecht in oft unter hohem zeitlichen Druck erfolgenden Entscheidungsfindungen der djb Kommissionen.

______________________________________