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Pressemitteilung:

Vaterschaft auf Widerruf?

Pressemitteilung vom 22.02.2008

Der Deutsche Juristinnenbund (djb) kritisiert das gestern vom Bundestag beschlossene "Gesetz zur Klärung der Vaterschaft unabhängig vom Anfechtungsverfahren":

  • Es ist Familien nicht zuträglich, wenn ihre Mitglieder Grundfragen wie die Abstammung beliebig lange in Frage stellen können. Wer sich darauf einlässt, trotz ernsthafter Zweifel rechtlicher Vater eines Kindes zu sein, soll nach Ablauf einer vernünftigen Frist daran gebunden sein, wie es bisher der Fall war. In Anbetracht der erheblichen Konsequenzen, die mit dem Bestehen einer Vaterschaft verbunden sind wie Sorgerecht, Unterhaltsansprüchen und Erbrecht und in Anbetracht auch der emotionalen Belastungen ist es für Mütter und Kinder eine Zumutung, nun noch länger unter dem Damoklesschwert der gerichtlichen Klärung und der anschließenden Anfechtungsmöglichkeit zu leben.
  • Die genetische Untersuchung zur Klärung der Abstammung ist nicht an entsprechende Vorschriften an Qualität, Qualifikation und Zuverlässigkeit der die Untersuchung durchführenden Personen und an die Verwendung und Vernichtung der genetischen Proben geknüpft. Da künftig Vater, Mutter und Kind einen Anspruch auf Einwilligung der jeweils anderen Beteiligten in diese Untersuchung haben, sind letztere unprofessionellen Testverfahren und Testern – auch mangels Vorliegen eines Gendiagnostikgesetzes – ausgeliefert.

 

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