Mein Kind liebt mich nicht! Wenn sich Kinder von ihren Eltern abwenden und im schlimmsten Fall den Umgang verweigern, rätseln alle Professionen im familiengerichtlichen Sorge- oder Umgangsverfahren über die Ursachen. Dabei tauchen Erklärungsmuster wie Eltern-Kind-Entfremdung, Parental Alienation Syndrome (PAS) und Bindungstoleranz auf. Obwohl das Bundesverfassungsgericht die These des PAS als unwissenschaftlich ablehnt, wird oft noch die Manipulation des Kindes durch den hauptbetreuenden Elternteil als einziger Grund für die Ablehnung identifiziert. Fehlende Bindungstoleranz wird als Anzeichen eingeschränkter Erziehungsfähigkeit gedeutet. Die sachgerechte Abwägung der Grundrechtspositionen des Kindes und der Eltern unter dem Leitmotiv des Kindeswohls bereitet der familiengerichtlichen Praxis Schwierigkeiten. Es finden sich einerseits Umgangsausschlüsse zu Lasten des abgelehnten Elternteils und andererseits Sorgerechtsentziehungen zu Lasten des bevorzugten Elternteils. Im Online-Café gehen wir der Frage nach, welche psychologischen Erkenntnisse vorliegen und welche familiengerichtlichen Interventionen in Betracht kommen.
Veranstaltungsort: virtuell
Datum: Montag, 15. Dezember 2025
Uhrzeit: 19:00
Anmeldung: Die Veranstaltung richtet sich alle Interessierten. Teilnehmende können sich bis zum 15. Dezember, 14:00 über das folgende Formular anmelden. Der Zugangslink zur Veranstaltung wird ca. zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn versendet.