djb-intern: Vermögensaufbau und Gender: Wie fehlendes Finanzwissen den Gender Gap vergrößert


"Finanzen sind Männersache", so lautete das Motto in den letzten Jahrhunderten. In Deutschland mussten Frauen noch bis zum Jahr 1962 die Erlaubnis ihres Mannes einholen, um ein eigenes Bankkonto zu eröffnen. Und erst sieben Jahre später wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig betrachtet. Heute, im Jahr 2023, haben Frauen und Männer die gleichen Rechte. Dennoch bestehen trotz formaler Gleichstellung weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern in Bezug auf Investitionen und Vermögensbildung.

Vortrag von Vanessa Müden, Universität Mannheim

"Finanzen sind Männersache", so lautete das Motto in den letzten Jahrhunderten. In Deutschland mussten Frauen noch bis zum Jahr 1962 die Erlaubnis ihres Mannes einholen, um ein eigenes Bankkonto zu eröffnen. Und erst sieben Jahre später wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig betrachtet. Heute, im Jahr 2023, haben Frauen und Männer die gleichen Rechte. Dennoch bestehen trotz formaler Gleichstellung weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern in Bezug auf Investitionen und Vermögensbildung: Nur ein Drittel der Menschen, die in Deutschland in Aktien investieren, ist weiblich. (Deutsches Aktieninstitut 2023). Doch gerade Frauen profitieren in besonders hohen Maße davon, ihr Geld am Aktienmarkt anzulegen, um die geschlechtsspezifischen Lohn- und Rentenunterschiede auszugleichen. Die Gründe dafür, dass Frauen im Vergleich zu Männern weniger am Aktienmarkt teilnehmen, sind vielfältig. Neben wenig überraschenden Faktoren, wie niedrigeren Löhnen, z.B. aufgrund von kürzeren Arbeitszeiten, können auch andere – nicht sofort sichtbare – Faktoren eine Rolle spielen.

Einer davon ist die finanzielle Bildung. Die wissenschaftliche Literatur zeigt, dass finanziell gebildete Menschen eher geneigt sind, in Aktien zu investieren, als Personen mit geringer Finanzkompetenz. Darüber hinaus zeigen Studien, dass Frauen im Allgemeinen über weniger Finanzwissen verfügen als Männer. Es ist jedoch unklar, warum Männer im Vergleich zu Frauen über eine höhere Finanzkompetenz verfügen. Der Vortrag soll einen ersten Überblick darüber geben, wie fehlendes Finanzwissen sich auf den Gender Investment Gap auswirken könnte. Dafür schauen wir uns insbesondere an, welche Faktoren dazu beitragen könnten, dass Frauen weniger Finanzwissen erwerben und dadurch seltener am Kapitalmarkt partizipieren.

Begrüßt werden die Teilnehmer*innen von Petra Lorenz, Schatzmeisterin des djb.

Diese Einladung finden Sie auch hier als PDF-Datei zum Download.

 

Die Vortragsfolien der Referentin finden Sie hier

Veranstaltungsdetails


Veranstaltungsort: virtuell
Veranstalter: Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb)

11.12.2023 - 18:00 Uhr bis 11.12.2023 - 19:30 Uhr

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