Führung durch die Ausstellung „A life in a few Lines“ von Huguette Caland


Herzlich laden wir Euch zu einem gemeinsamen geführten 90-minütigem Rundgang durch die Ausstellung „A life in a few Lines“ der libanesischen Künstlerin Huguette Caland ein.

Die Schau eröffnet einen neuen Blick auf das Werk von Huguette Caland (1931–2019), die erst nach ihrem Tod die Anerkennung erhielt, die ihr zu Lebzeiten verwehrt blieb. Die libanesische Künstlerin widersetzte sich in ihrer fast fünfzigjährigen Praxis den gesellschaftlichen und ästhetischen Erwartungen ihrer Zeit. In ihren Arbeiten verhandelt sie Themen wie Körper, Begehren und Zugehörigkeit. 

Calands farbintensive Gemälde, zarte Zeichnungen, Skulpturen und Textilien spiegeln eine rebellische, lebensbejahende Haltung wider, die Konventionen über Schönheit, Sexualität und Weiblichkeit konsequent unterläuft. Ihre Kunst bewegt sich zwischen Abstraktion und Figuration, Intimität und Öffentlichkeit, Distanz und Nähe – und war damit ihrer Zeit weit voraus. Heute gilt sie als eine der großen Stimmen weiblicher Emanzipation in der Kunst.

Wie Kuratorin Hannah Feldman betont, wurde Caland über Jahrzehnte durch die Bedingungen eines patriarchal geprägten Kunstbetriebs marginalisiert. Ihr Werk blieb überlagert von biografischen Zuschreibungen, die sie als libertäre Rebellin oder Mutter, die „ihre Kinder verließ“, erzählten – anstatt ihr künstlerisches Schaffen selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Caland steht damit stellvertretend für viele Künstlerinnen, deren Sichtbarkeit und Rezeption bis heute durch Rollenerwartungen begrenzt werden.

Diese Dynamiken sind nicht auf den Kunstbetrieb beschränkt. Auch das Recht reproduziert – in seinen Institutionen, Normen und Diskursen – geschlechterbezogene Unsichtbarkeiten. Der djb versteht es als seine Aufgabe, diese Strukturen kritisch zu beleuchten und zu verändern.

Der Blick in die Kunst kann dabei mehr sein als ein Perspektivwechsel. Er kann inspirieren, rechtspolitische Fragen anders zu stellen – über Sichtbarkeit, Anerkennung, Selbstbestimmung und Gleichheit. Der Rundgang bietet Raum, über diese Verbindungen ins Gespräch zu kommen und darüber nachzudenken, wie feministische Perspektiven in Kunst und Recht gemeinsam neue Räume eröffnen können.

Eingeladen sind alle interessierten Personen, unabhängig von einer djb-Mitgliedschaft. Selbst zu tragen ist nur ein ermäßigter Ausstellungseintritt, der vor Ort entrichtet werden kann. Für den Rundgang stehen 25 Plätze zur Verfügung. Wir bitten deshalb um eine Anmeldung.Die Plätze werden nach dem Windhundprinzip vergeben. Sollten sich mehr Interessierte anmelden, werden wir eine Warteliste einrichten. Wir bitten deshalb um eine Information an lv.hamburg@djb.de, wenn sich Eure Pläne ändern, damit ggf. Personen von der Warteliste nachrücken können.

Wir freuen uns auf Euer Kommen und einen anregenden Austausch.

®Valerie Rhein

Veranstaltungsdetails


Veranstaltungsort: Deichtorhallen
Veranstalter: LV Hamburg

15.11.2025 - 16:00 Uhr bis 15.11.2025 - 17:30 Uhr

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