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Offener Brief

der Initatorinnen der "Berliner Erklärung" an die Bundesregierung

Pressemitteilung vom 18.11.2014

B E R L I N E R   E R K L Ä R U N G
Die Initiatorinnen
 

Berlin, im November 2014
Offener Brief an die Bundesregierung
 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrter Herr Vizekanzler,
sehr geehrte Mitglieder des Bundeskabinetts,

Sie haben sich in Ihrem Koalitionsvertrag verpflichtet, den Anteil weiblicher Führungskräfte zu erhöhen und dazu zu Beginn der 18. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages gesetzliche Quoten für Aufsichtsräte und Vorstände einzuführen. Damit wäre nach Jahrzehnten der Auseinandersetzung ein wichtiger Etappensieg für mehr Gleichberechtigung errungen, den Frauen und Männer aus allen politischen Parteien und aus allen gesellschaftlichen Bereichen möglich gemacht haben.

Bundesministerin Manuela Schwesig und Bundesminister Heiko Maas haben bereits im März dieses Jahres Eckpunkte für ein Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen vorgelegt. Damit setzen Ihre Kollegen die Vorgaben des Koalitionsvertrags um. Der Entwurf ist ein guter erster Schritt für mehr weibliche Führungskräfte in der Privatwirtschaft, auch wenn manche von uns noch weitergehende Regelungen befürworten.

Trotzdem warten wir bisher vergeblich darauf, dass der Gesetzentwurf auf der Tagesordnung des Kabinetts steht. Stattdessen hören wir von immer neuen Störmanövern. Damit muss jetzt Schluss sein! Es ist höchste Zeit, dass Sie den Koalitionsvertrag erfüllen, den Weg frei machen für parlamentarische Beratungen und für die Verabschiedung der Quote für Aufsichtsräte.

 

Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,

Vorgängerregierungen haben in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie schnell und zügig handeln konnten.

Beispiel Wehrpflicht: Einst als unverzichtbare Errungenschaft der Bundesrepublik gefeiert, wurde sie binnen weniger Monate abgeschafft. Oder der Atomausstieg, über Jahrzehnte einer der größten politischen Zankäpfel, wurde nach der Katastrophe von Fukushima im Handstreich möglich gemacht.

Wir sind sicher, dass es Ihnen auch bei der Quote gelingen kann, Widerstände zu überwinden. Millionen von Frauen und Männern stehen dabei an Ihrer Seite.

Sie, Frau Bundeskanzlerin, haben Mitte Oktober vor einhundert Führungsfrauen zugesagt, dass die Quote kommt, und dies unlängst vor den führenden Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern auf dem Deutschen Arbeitgebertag bekräftigt. Wir freuen uns über Ihre klaren Worte und erwarten, dass die Bundesregierung nun zügig handelt!


Mit freundlichen Grüßen

Die Initiatorinnen der Berliner Erklärung

Rena Bargsten,
Past-Präsidentin EWMD Deutschland e.V.

Stephanie Bschorr,
Präsidentin
des Verbands Deutscher Unternehmerinnen e.V.

Ekin Deligöz, MdB

Cornelia Möhring, MdB

Rita Pawelski, ehem. MdB

Ramona Pisal,
Präsidentin
des Deutschen Juristinnenbundes e.V.

Brigitte Scherb,
Präsidentin
des Deutschen LandFrauenverbands e.V.

Monika Schulz-Strelow,
Präsidentin
von FidAR - Frauen in die Aufsichtsräte e.V.

Henrike von Platen,
Präsidentin von Business and
Professional Women (BPW) Germany e.V.

Dagmar Ziegler, MdB

 

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