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Pressemitteilung

Seyran Ates - Das darf nicht wahr bleiben

Pressemitteilung vom 04.09.2006

Bestürzt nehmen wir zur Kenntnis, dass unser Mitglied, die Berliner Juristin Seyran Ates, ihren Beruf nicht mehr ausüben will. Sie vertrat als Rechtsanwältin in Berlin jahrelang Mandantinnen mit türkischem Hintergrund. Sie setzt sich auch öffentlich – bei Vorträgen, in Interviews – für die Rechte in Deutschland lebender Frauen mit Migrationshintergrund ein und kämpft insbesondere gegen Zwangsverheiratungen, Ehrenmorde, häusliche Gewalt und Kopftuchzwang. Am 11. August 2006 gab sie ihre Zulassung als Rechtsanwältin zurück, weil nicht nur Mandantinnen von ihren (Noch-)Ehemännern mit dem Tode bedroht werden, sondern auch sie selbst wegen ihrer Aktivitäten regelmäßig und massiv attackiert wurde.

Der deutsche Staat ist verpflichtet, den Grundwerteentscheidungen des Grundgesetzes und unseren familien- und strafrechtlichen Vorschriften auch in islamistischen Nebengesellschaften mitten in Deutschland Geltung zu verschaffen. Er muss Frauen und Mädchen, die sich nicht den - vermeintlich - religiösen und traditionellen Anforderungen entsprechend verhalten oder gar offen oder öffentlich dagegen aufbegehren, Schutz garantieren.

Der djb fordert

  • eine Integrationspolitik, die Frauenrechte fördert und Unterdrückungsmechanismen massiv entgegentritt,
  • ein konsequentes Vorgehen der Behörden gegen Gewalttätigkeit und Gewalttäter,
  • konkrete Zusagen seitens der zuständigen Behörden, wie sie Seyran Ates schützen werden, um ihr die Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu ermöglichen.

Der djb bietet Seyran Ates an, die Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu unterstützen. Gemeinsam mit dem Berliner Anwaltsverein suchen wir eine Sozietät, die Seyran Ates aufnimmt.

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