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Pressemitteilung

Dr. Frederike Misselwitz: Preisträgerin Marie-Elisabeth-Lüders-Preis 2017

Pressemitteilung vom 02.06.2017

Die Entscheidung über die Vergabe des Marie-Elisabeth-Lüders-Preises 2017 ist gefallen. Die dreiköpfige Jury des Deutschen Juristinnenbunds e.V. (djb) hat beschlossen, in diesem Jahr die Arbeit von Dr. Frederike Misselwitz zu ehren. Ihre in der djb-Schriftenreihe bei Nomos veröffentlichte Dissertation trägt den Titel „Marie Luise Hilger – Leben und Wirken einer Arbeitsrechtlerin im 20. Jahrhundert“.

Die Arbeit, die an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena als Dissertation angenommen wurde, widmet sich erstmals eingehend dem Werdegang der ehemaligen Schriftleiterin, habilitierten Honorarprofessorin und Vorsitzenden Richterin am Bundesarbeitsgericht Prof. Dr. Marie Luise Hilger (1912–1996). Anhand des Lebenswegs der Juristin, die eine Ausnahmestellung in der von Männern dominierten (Arbeits-)Rechtswissenschaft ihrer Zeit einnahm, wird das selten diskutierte Zusammenspiel von Recht, Geschlecht und Biographie beleuchtet. Mit einem Streifzug durch vier Etappen deutscher Rechtsgeschichte bewegt sich die Arbeit methodisch zwischen zwei Ebenen: Der allgemein-historischen und der subjektiv-individuellen. Im Zuge der Verbindung dieser Ebenen werden am Beispiel von Marie Luise Hilgers Werdegang Rechtsentwicklungen in den Kontext mit den dahinter stehenden Persönlichkeiten gesetzt und kritische Überlegungen zur Entwicklung der weiblichen Bildung, des Frauenstudiums und der Erwerbstätigkeit von Frauen – speziell von Juristinnen – angestellt.

„Die Arbeit von Dr. Frederike Misselwitz ist weit mehr als eine Biographie; sie behandelt exemplarisch am Leben einer außergewöhnlichen Juristin umfassend die Situation von Frauen in der Rechtswissenschaft in Deutschland seit dem frühen 20. Jahrhundert.“, würdigt die Vorsitzende der Jury und Mitglied des Bundesvorstands des djb Prof. Dr. Maria Wersig die Leistung von Dr. Frederike Misselwitz.

Der Marie-Elisabeth-Lüders-Wissenschaftspreis wird vom djb in Anerkennung hervorragender rechts- oder wirtschaftswissenschaftlicher Arbeiten im Themenbereich Recht und Geschlecht sowie Gleichstellung von Frau und Mann alle zwei Jahre vergeben. Die Mitgliedschaft im djb ist für die Preisvergabe keine Voraussetzung. Der Preis besteht aus einem Druckkostenzuschuss in Höhe von 3.000,- Euro, der seit der ersten Preisverleihung im Jahre 2009 von Dr. Melitta Büchner-Schöpf gestiftet wird. Der fünfte Preis wird am 23. September 2017 im Rahmen des 42. djb-Bundeskongresses in Stuttgart von der Präsidentin verliehen.

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