Navigation

djbZ 2014, Heft 2

European Women Shareholders Demand Gender Equality: der djb unterwegs in Europa

Miruna Bucurescu, Linda Walczak
Projektmitarbeiterinnen, Deutscher Juristinnenbund e.V., Berlin

Erfolg: Das djb-Projekt European Women Shareholders Demand Gender Equality hat im April 2014 von der Europäischen Kommission neben 16 weiteren europäischen Projekten den Zuschlag für eine Förderung nach dem PROGRESS-Programm erhalten. Es wird kofinanziert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt und der Finnischen Handelskammer. Am 16. Mai 2014 war offizieller Projektbeginn.

Ein gerechter Anteil der Frauen an Führungspositionen der Wirtschaft steht sowohl in Deutschland als auch in anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union seit längerer Zeit auf der Tagesordnung. Der djb ist in die Offensive gegangen und will eine Auseinandersetzung über die Unternehmenskultur und Chancengleichheit von Frauen und Männern bei Führungspositionen der Wirtschaft auch in europäischen Unternehmen anstoßen. Die Idee dafür gab das vom BMFSFJ von 2009 bis 2014 finanzierte Projekt Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung: Im Rahmen dieses Projektes hat der djb zwischen 2009 und 2014 mehr als 300 Hauptversammlungen besucht und kritische Fragen zur Karriereentwicklung und Vertretung der Frauen in Führungspositionen gestellt. Eine ähnliche Aktion wird von Juristinnen in Spanien durchgeführt. Vor diesem Hintergrund sollen in einem nächsten Schritt die spezifischen Erfahrungen mit Kollegen/innen in anderen EU-Mitgliedstaaten geteilt werden. Im ersten Halbjahr 2015 werden europaweit Hauptversammlungen großer Unternehmen, darunter alle EURO STOXX 50-Index-Unternehmen – in den folgenden Mitgliedstaaten besucht: Benelux, Bulgarien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, Großbritannien und Irland. Den Board-Mitgliedern sollen detaillierte und auf das konkrete Unternehmen bezogene Fragen nach Frauen in Führungspositionen und nach deren Karrieremöglichkeiten gestellt. Zur Vorbereitung auf die Besuche dienen Workshops und Toolkits mit Fragenkatalog, Erfahrungsberichten, FAQs usw. In Finnland werden keine Hauptversammlungen besucht, sondern die finnische Handelskammer stellt ihre eigenen Erfahrungen im Sinne von best practice zur Verfügung (direkter Kontakt zu den Unternehmen die Mangel an Gleichstellung auf die Führungsebenen aufweisen).

Das Projekt unterstützt die Bemühungen der Europäischen Kommission um eine angemessene Repräsentation von Frauen in Leitungspositionen der Privatwirtschaft. Die Kommission hatte Ende 2012 eine Richtlinie vorgeschlagen, die u.a. den rund 5.000 börsennotierten Firmen in der EU vorschreibt, bis 2020 Aufsichtsratsposten zu 40 Prozent mit Frauen zu besetzen.

Seit Mitte Mai 2014 ist auch das für die Verwaltung und Koordination der europaweiten Aktivitäten zuständige Projektbüro in Berlin eingerichtet. Es hat mit Miruna Bucurescu (Projektmitarbeiterin) und Linda Walczak (Sachbearbeiterin) zwei Mitarbeiterinnen, die ihre eigene rumänische und polnische EU-Perspektive einbringen können. Zwei EU-Mitgliedstaaten, die im Projekt als Partner bislang nicht vertreten waren. Das Projektbüro ist wie folgt erreichbar: Kontakt

Zu den Projektpartnern gehören neben dem djb: die vier Juristinnenorganisationen EWLA (European Women Lawyers Association), EWLA Bulgarien, AFFJ (Association française des femmes juristes), der Ungarische Anwältinnenverband sowie die Finnische Handelskammer und die Universität von Westengland. Das Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt ist Gastgeber der Abschlusskonferenz in Brüssel Anfang 2016 und die Hochschule Magdeburg Stendal ist für Medienarbeit zuständig.