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djbZ 2013, Heft 4

Editorial

Diese Ausgabe der djbZ steht ganz im Zeichen des 40. Bundeskongresses des djb im September in Leipzig. Die festliche Eröffnung im Bundesverwaltungsgericht, die Fachtagung und die Mitgliederversammlung haben wir dokumentiert. Den Höhepunkt des Eröffnungsabends, die Festrede der Präsidentin des Bundesverwaltungsgerichts, Marion Eckertz-Höfer, können Sie bereits in diesem Heft nachlesen. Die Frau im Öffentlichen Recht – in der 150jährigen Geschichte der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Deutschland, selbst in noch nicht so weit zurückliegenden Jahrzehnten, mitunter Gegenstand heute merkwürdig anmutender Entscheidungen und in 60 Jahren Bundesverwaltungsgericht lange Zeit auch als Richterin eine Exotin. Marion Eckertz-Höfer war selbst erst die neunte Frau am Bundesverwaltungsgericht, als sie 1993 zur Bundesrichterin gewählt wurde und die erste Präsidentin. Das Interview mit ihr, geführt von Marianne Grabrucker, ergänzt ihre Festrede um das Porträt einer hervorragenden Juristin und engagierten „Frauen-Frau“ im Öffentlichen Recht.

Die vorzüglichen Referate unserer familienrechtlichen Fachtagung „Am Ende geht’s ums Geld – Auseinandersetzung und Teilhabe“ zu Unterhalts- und Vermögensfragen bei Trennung und im Erbfall werden Sie in der nächsten Ausgabe finden. Beiträge und Diskussion haben zu diesem Thema deutlichen Handlungs- und Aufklärungsbedarf aufgezeigt.

Unsere Fachtagung hat sich nahtlos in einen familienrechtlichen Marathon im September eingefügt. Neben dem Deutschen Familiengerichtstag in Brühl hat auch die Commission on European Family Law (CEFL) in Bonn getagt. Eine Zusammenfassung finden Sie in diesem Heft.

Zum dritten Mal haben wir den Wissenschaftspreis des djb mittels einer großzügigen Spende von Dr. Melitta Büchner-Schöpf verliehen. Den Schwerpunkt und die besonderen Aspekte der ausgezeichneten Arbeit von Dr. Nora Markard stellt die Laudatio von Prof. Dr. Margarete Schuler-Harms vor.

Das Wichtigste aus der Mitgliederversammlung hat unsere Geschäftsführerin Anke Gimbal zum Nachlesen zusammengestellt. Im Namen des gesamten Bundesvorstandes bedanke ich mich für das uns mit der Wahl zum Ausdruck gebrachte Vertrauen. Wir werden uns weiter im djb für die Durchsetzung der Gleichberechtigung der Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen einsetzen. Denn von nichts kommt nichts und die frühe Einbindung in ein Netzwerk wie z.B. den djb ist für Frauen mit Blick auf die berufliche Entwicklung unbedingt zu empfehlen, wie Dr. Bettina Brückner in ihrem Beitrag schreibt. Das erfolgreiche Mentoringprogramm für Studentinnen der Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg stellt dazu erste Weichen; wir stellen es vor mit zwei Artikeln zum zehnjährigen Jubiläum.

Wenige Tage vor unserem Kongress haben die Deutschen ihren neuen Bundestag gewählt. Dabei waren die Stimmen der Frauen für das Abschneiden der Parteien dieses Mal von sichtbarer Relevanz: Insbesondere einer Partei, die nun nicht mehr im Bundestag vertreten ist, haben sie gefehlt, insbesondere einer anderen Partei, die zudem von einer Frau geführt wird, haben sie zu einem fulminanten Wahlsieg verholfen. Aktuell verhandeln zwei Parteien miteinander über eine Koalition, die beide den Frauen weitreichende Wahlversprechen gemacht haben. Das lässt hoffen und Vertrauen ist sicher gut, aber Nachfassen ist besser. Wir haben die im Heft 2/13 der djbZ formulierten Wahlprüfsteine als Forderungen an die Partner einer zukünftigen Koalition in die Verhandlungen eingebracht und werden kritisch verfolgen, worauf die Parteien sich einigen und wo frauenpolitisch echte Fortschritte zu erwarten sind bzw. Handlungsbedarf bleibt.

Den Lesern und Leserinnen wünsche ich eine spannende und interessante Lektüre, die bei denen, die in Leipzig dabei waren, sicher gute Erinnerungen wachruft. Allen, die zum Gelingen des Kongresses beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön.

Ramona Pisal
Präsidentin