Mit der Teilnahme an der Hauptversammlung der Südzucker AG am 1. August 2013 in Mannheim endet die diesjährige Aktion des Deutschen Juristinnenbunds (djb) zur Erhebung frauenspezifischer Daten bei den 30 DAX- sowie 45 weiteren börsennotierten Unternehmen.
Vertreterinnen des djb haben im Rahmen des vom BMFSFJ geförderten Projektes Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung zum vierten Mal in Folge 75 Hauptversammlungen besucht und dort Fragen an Vorstände und Aufsichtsräte gerichtet. Ihr besonderes Interesse galt etwaigen Anforderungsprofilen für die Besetzung der Aufsichtsräte und Vorstände sowie Personalentwicklungskonzepten für alle Alters- und Karrierestufen. Vereinzelte öffentlichkeitswirksame Besetzungen von Vorstandspositionen mit Frauen können nämlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass auf den Führungsebenen unterhalb des Vorstands Frauen nicht einmal annähernd in dem Maße vertreten sind wie es ihrem Anteil an der Belegschaft im Unternehmen entspricht. Trotz angeblich jahrelanger Anstrengungen gelingt es den Unternehmen offensichtlich nicht, deutlich mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.
Ramona Pisal, Präsidentin des djb: "Dieser Befund stellt die Ernsthaftigkeit der Unternehmensbekenntnisse zur Frauenförderung in Frage und wirft einen langen Schatten auf die Personalverantwortlichen. Das Missmanagement und die Querelen an der Spitze bei ThyssenKrupp und Siemens nähren im Übrigen nachhaltige Zweifel an der gebetsmühlenhaft wiederholten Behauptung der Unternehmen, dass die Besetzung von Führungspositionen allein nach Qualifikation erfolgt."
Aus den Antworten seit 2010 schließt der djb außerdem, dass sich die Unternehmen über Frauen für den Vorstand kaum Gedanken machen; jedenfalls teilen sie hierzu der Öffentlichkeit bzw. den Teilnehmer/innen der Hauptversammlungen auch auf Nachfrage meist nichts mit.
Die Ergebnisse der Befragungen werden derzeit ausgewertet und am 28. November 2013 im Wissenschaftszentrum in Berlin präsentiert.