Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) stellt heute in Berlin die aktuelle Projektstudie „Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung“ mit den Ergebnissen des Jahres 2012 vor und gibt Empfehlungen zur Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen großer deutscher Unternehmen.
Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an Karrierechancen und Führungspositionen ist in Deutschland gesellschaftlicher Konsens. Aber 93 Prozent der 191 Vorstandspositionen der DAX-30-Unternehmen sind mit Männern besetzt, 177 Männer gegenüber nur 14 Frauen. Gleichwohl nennen diese Unternehmen keine Ziele, wie viele Frauen sie in den nächsten fünf Jahren in den Vorständen vertreten sehen wollen. Nur in seltenen Fällen werden im Lagebericht die einzelnen Führungsebenen transparent dargestellt. In den Selbstverpflichtungen ist davon gar keine Rede.
Ramona Pisal, Präsidentin des djb: „Chefinnen sollten Chefsache sein. Ohne klare Ansage der Unternehmensleitung verändert sich nichts. Die Vorstände müssen intern Ziele vorgeben, diese im Unternehmen kommunizieren, regelmäßige Berichte einfordern und Abweichungen hinterfragen. Und denselben Anforderungen müssen sich die Unternehmen vertreten durch den Vorstand nach außen stellen. Mit transparenter Personalentwicklung wird die gläserne Decke durchlässig.“
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Hintergrund:
djb-Mitglieder haben auch in diesem Jahr 76 Hauptversammlungen börsennotierter Aktiengesellschaften besucht und dabei von ihrem Auskunftsrecht als Aktionärinnen Gebrauch gemacht. Deutschland gehört immer noch zu den Schlusslichtern in der Europäischen Union im Hinblick auf Gender-Diversity in Vorstand, Aufsichtsrat und Führungspositionen in der Wirtschaft. Auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, war 2009 Anlass für den Start der djb-Aktion "Aktionärinnen fordern Gleichberechtigung".
Das Projekt wird vom BMFSFJ gefördert.