Pressemitteilung: 03-04


Zu den Ergebnissen der Rürup-Kommission vom 9. April 2003

Information vom

 

 

Der djb ist enttäuscht über die Ergebnisse der Rürup-Kommission

und fordert eine sozial ausgewogene Reform des Gesundheitswesens.

Die von der Rürup-Kommission vorgeschlagenen Zuzahlungen

(Erhöhung der Selbstbeteiligung für Zahnersatz, Einführung einer

Praxisgebühr) benachteiligen Einkommensschwächere und damit vor

allem Frauen, und zwar sowohl in der Erwerbsphase, als auch als

im Rentenalter. Auch die vorgeschlagene alleinige Finanzierung

des Krankengeldes trifft besonders die Niedrigverdiener und damit

die weiblichen Versicherten.

 

 

 

 

Sämtliche Vorschläge der Rürup-Kommission berücksichtigen

lediglich die Ausgabenseite. Das wirkliche Problem der

gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die Einnahmenseite,

bleibt un-berührt. Die GKV leidet unter massiven

Finanzierungsproblemen. Dies ist aber nicht Ergebnis einer

Ausgabenexplosion im Gesundheitswesen, sondern hängt vor allem

mit der Erosion der Einnahmebasis zusammen. Hier müssen die

Reformen ansetzen.

 

 

 

 

Der djb unterstützt daher die Ansätze von einigen

Kommissionsmitgliedern, die GKV für alle Bevölkerungskreise zu

öffnen, und fordert eine Stärkung der GKV durch

 

 

 

 

1. die Erweiterung der Versicherungspflicht auf alle abhängigen

Beschäftigungsverhältnisse unabhängig von der Höhe des

Verdienstes und der Stundenzahl,

2. die Ausweitung der Versicherungspflicht (auf Beamte und

Beamtinnen, Selbständige usw.) und

3. die Einbeziehung sonstiger Einkünfte bei der

Beitragsbemessung.

 

 

 

 

Der djb fordert die Bundesregierung auf, eine Gesundheitsreform

auf den Weg zu bringen, die die unbestreitbar positiven Seiten

der GKV stärkt, die die GKV auf eine breitere Basis stellt und

für alle - auch für Frauen und Familien - eine bezahlbare

Sicherung ihrer Gesundheit bietet.

 

Berlin, 11. April 2003