Veröffentlichung des djb-Jahresberichts 2021


Vorwort

Liebe Kolleginnen, liebe Interessierte an der Arbeit des Deutschen Jurstinnenbundes e.V. (djb), liebe Leser*innen,

ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Im Superwahljahr 2021 haben wir mit unserer Kampagne „Gleichstellung & Demokratie“ die großen, zukunftsweisenden Fragen nach Macht und ihren Exklusionsmechanismen gestellt. Der an vielen Stellen sexistisch geprägte Wahlkampf und der Frauenanteil im neu gewählten Bundestag von weiterhin nur knapp über einem Drittel zeigen, dass sich diese Themen noch längst nicht erledigt haben und dass die von uns angestoßene, rechtspolitische Debatte dringend weitergeführt werden muss.

Dass die geringe Beteiligung von Frauen in Parlamenten „Verfassungsbruch in Permanenz“ ist, hat schon unsere als „Mutter der Verfassung“ bekannte und niemals zu oft zitierte djb-Kollegin Elisabeth Selbert festgestellt, die in diesem Jahr ihren 125. Geburtstag gefeiert hätte. Die tatsächliche Umsetzung des Verfassungsauftrags der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen ist und bleibt unser Auftrag im djb. Dafür engagieren wir uns seit über 70 Jahren, bringen unsere Expertise in Gesetzgebungsprozesse, in politische Diskussionen und in die Öffentlichkeit ein.

djb-Kolleginnen haben auch in diesem Jahr in Bundestagsausschüssen, in Landtagsanhörungen und vor dem Bundesverfassungsgericht gesprochen. Wir haben uns mit anderen Verbänden vernetzt und in vielen Bündnissen unseren politischen Einfluss gemeinsam in die Waagschale geworfen. Wir sind auf Demonstrationen für unsere Ziele eingetreten und haben hinter den Kulissen Gespräche geführt, die in konkrete Erfolge für die Geschlechtergerechtigkeit gemündet sind. So enthält der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung viele unserer langjährigen Forderungen. Unter anderem soll § 219a StGB gestrichen, das Transsexuellengesetz durch ein Selbstbestimmungsgesetz ersetzt, die Istanbul-Koalition wirksam umgesetzt und ein Gleichstellungs-Check für alle Gesetze eingeführt werden. Für uns als djb geht es nun in erster Linie darum, die konkrete Realisierung dieser Vorhaben mit wachsamem Auge zu begleiten.

Die Pandemie hat uns allen einmal mehr vor Augen geführt, wo es gleichstellungspolitische Defizite gibt. Wer sitzt eigentlich mit am Tisch, wenn wichtige Entscheidungen fallen? Wessen Interessen werden gehört? Wessen Arbeit wird wertgeschätzt? Wessen Leistungen bleiben unsichtbar? Diesen Fragen haben wir auch eine Ausgabe unserer Verbandszeitschrift djbZ gewidmet. Als djb haben wir die Herausforderung der Pandemie gemeinsam angenommen und sind sowohl auf Bundesebene als auch vor Ort kreativ geworden, um weiter ein buntes Verbandsleben zu pflegen. Mit unseren neuen virtuellen Kommunikations- und Veranstaltungsformaten haben wir tausende Teilnehmende erreichen können. Auch unser Bundeskongress und die Mitgliederversammlung musste in diesem Jahr zum ersten – und hoffentlich letzten – Mal in unserer Verbandsgeschichte digital stattfinden.

Bei allen Herausforderungen bestätigt uns der auch im letzten Jahr ungebrochene, enorme Mitgliederzuwachs darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Von den knapp 4.000 Mitgliedern ist etwa ein Drittel bis 30 Jahre alt – ein Nachwuchsproblem haben wir also nicht. 

Ich freue mich, Ihnen im Folgenden die Arbeit des djb und unsere Highlights des Jahres 2021 präsentieren zu dürfen und wünsche eine interessante Lektüre!

Ihre Maria Wersig,
Präsidentin des djb

 

Hier finden Sie den vollständigen djb-Jahresbericht 2021.

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