Junge Juristinnen in die EU-Institutionen


FAQs zum Bewerbungsverfahren und zum Ablauf der Station

 

In welche EU-Institutionen können Junge Juristinnen über diesen Weg vermittelt werden?

EU-Kommission einschließlich OLAF (Europäisches Betrugsbekämpfungsamt), Europäisches Parlament, (Minister-)Rat

 

Ist eine Bewerbung bei mehreren Institutionen möglich?

Das ist möglich. In diesem Fall sollten alle Institutionen, für die Interesse besteht, in der Bewerbung genannt und die Anrede allgemein gehalten werden (z.B. „Dear Sir or Madam“).

 

Wie viel Vorlaufzeit sollte für eine Bewerbung eingeplant werden?

Erfahrungsgemäß ist eine Vorlaufzeit von ca. 12 Monaten sinnvoll; eine Vermittlung ist aber auch bei kürzeren Vorlaufzeiten möglich.

 

Für welchen Zeitpunkt im Rechtsreferendariat eignet sich eine Bewerbung: Wahlstation oder Verwaltungsstation?

Das hängt von der jeweiligen Ausbildungsordnung ab. Grundsätzlich ist eine Stage aber sowohl während der Verwaltungsstation als auch während der Wahlstation möglich. Die EU-Institutionen machen da keine Vorgaben. Die Bewerbung sollte sich auf eine mindestens dreimonatige Stage richten.

 

Wie läuft die Bewerbung konkret? Gibt es ein Bewerbungsgespräch?

Die Beisitzerinnen sichten die Unterlagen auf Vollständigkeit und leiten die Bewerbungen dann an Margarete Hofmann weiter, die sie an potentielle Arbeitgeber/innen weiterleitet.

Ein Bewerbungsgespräch ist keine Voraussetzung, aber es ist sicherlich sinnvoll, die Stage und die Erwartungen auf beiden Seiten zumindest vorher telefonisch zu besprechen. Margarete Hofmann fungiert dabei gerne als Ratgeberin, auch telefonisch. Den jeweiligen potentiellen Arbeitgeber/innen bleibt es darüber hinaus selbst überlassen, ob und wie sie mit der Kandidatin Kontakt aufnehmen möchten.

 

Wie wird ausgewählt? Wer wählt aus?

Margarete Hofmann leitet die (von den Beisitzerinnen auf Vollständigkeit durchgesehenen) Unterlagen an ihr Netzwerk von möglichen Arbeitgeber/innen in den o.g. Institutionen weiter. Dabei wird im Rahmen des Möglichen auf etwaige Präferenzen der Kandidatinnen Rücksicht genommen. Hat ein potentieller Arbeitgeber an einer Bewerbung Interesse, signalisiert er dies direkt der Kandidatin und regelt alles Weitere mit ihr. Margarete Hofmann und die Beisitzerinnen werden informiert.

 

Was sind aus Sicht von Margarete Hofmann Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewerbung/Station?

  • Examensnote: Ein Befriedigend (und aufwärts) sollte es schon sein. Allerdings kann auch ein „Ausreichend“ genügen, wenn die Bewerbung insgesamt überzeugend ist und die Bewerberin andere Pluspunkte vorzuweisen hat.
  • Stationsnoten: Spielen für den Gesamteindruck eine Rolle.
  • Zusatzqualifikationen: Nicht erforderlich, sind aber immer hilfreich und von Vorteil (z.B. Kenntnisse in Wirtschaftswissenschaften oder eine Lehre).
  • Schwerpunkt im Studium: Europarecht ist von Vorteil, aber kein Muss.
  • Bereits Auslandsaufenthalte absolviert: Keine Bedingung, aber ein Plus. Spricht für die Flexibilität und (intellektuelle) Offenheit der Bewerberin
  • Englisch/Französisch-Kenntnisse: Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift sind ein Muss. Französischkenntnisse von Vorteil.
  • Empfehlenswert ist auch ein kurzes Bewerbungsschreiben mit der Motivation der Bewerberin.

 

Wie kann frau/man sich auf eine Stage in einer EU-Institution vorbereiten?

Grundkenntnisse in Europarecht und den EU-Institutionen sind erforderlich. Lektüre der üblichen Lehrbücher reicht aus. Ist die Stage vereinbart, sollte sich die Bewerberin auch mit der Institution und dem Politikbereich, in dem sie arbeiten wird, vertraut machen (oft reicht intensives Studieren der relevanten Website).

 

Besteht eine Kontaktmöglichkeit zum Austausch mit Margarete Hofmann während der Stage?

"Ich bin immer gerne bereit, mich mit den jungen Kolleginnen zu treffen und weitere Kontakte zu vermitteln, die für den weiteren Berufsweg nützlich sein können. Selbstverständlich werde ich für die jungen Kolleginnen auch den Kontakt zur Brüsseler djb-Regionalgruppe, die sehr aktiv ist, herstellen."

 

Stage als Ausflug oder: Wie sehen die Karriereoptionen bei der Kommission für Juristinnen nach dem 2. Staatsexamen aus?

"Deutsche Juristinnen sind wegen ihrer breiten Ausbildung sehr nachgefragt. Allerdings muss man/frau erst durch das Nadelöhr des Concours kommen."  

Auch gibt es die Möglichkeit, als Vertragsbedienstete für die EU-Kommission zu arbeiten (max. 6 Jahre). Hierzu reicht es aus, sich in einer Datenbank mit CV registrieren zu lassen. Eine Einstellung kann durch über ein (bloßes) Interview erfolgen.