Corona


Die Auswirkungen der Corona-Pandemie für Frauen

Die Ungleichheiten in unserer Gesellschaft werden durch die Corona-Krise sichtbar und verschärfen sich in vielen Bereichen eklatant. So treffen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Pandemie Frauen stärker als Männer. Da Frauen die durch die Kita- und Schulschließung zusätzlich anfallende Sorgearbeit in größerem Umfang als Väter übernehmen, müssen sie sich häufig mehr beruflich einschränken und bereits vor der Krise weit verbreitete tradierte Rollenverteilungen werden verstärkt. Während die systemrelevanten und dennoch unterdurchschnittlich bezahlten Berufe überwiegend von Frauen ausgeübt werden, insbesondere die Pflegeberufe, herrscht sowohl in politischen Gremien als auch in wissenschaftlichen Beratungsgremien der Bundesregierung und der Bundesländer eine deutliche Männerdominanz. Zudem steigen durch die notwendigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens die Fallzahlen von häuslicher Gewalt. Betroffene sind auch hier vor allem Frauen und Kinder.

Forderungen des djb

Vor diesem Hintergrund fordert der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) unter anderem:

  • eine finanzielle Aufwertung und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, im Gesundheitswesen, der Erziehung und im Einzelhandel;
  • Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten, die es Eltern ermöglichen, sich die Care-Arbeit gerecht zu teilen, zum Beispiel durch eine temporäre Arbeitszeitreduzierung, flankiert mit einer steuerfinanzierten Lohnersatzleistung;
  • eine Ausweitung der Kapazitäten für Maßnahmen des Gewaltschutzes sowie einen flächendeckenden Zugang vulnerabler Gruppen zu Hilfsangeboten und Gewaltschutzunterkünften;
  • die Gewährleistung des Gesundheits- und Gewaltschutzes von Geflüchteten, insbesondere durch eine dezentrale Unterbringung in abgrenzbaren Wohneinheiten;
  • die sofortige geschlechterparitätische Besetzung aller Beratungsgremien und die gleichstellungspolitische Folgenabschätzung aller beschlossenen Maßnahmen;
  • ein Maßnahmenpaket für die kommende Zeit, das einer Retraditionalisierung der Geschlechterrollen entgegenwirkt, Alleinerziehende besonders stärkt, Bildung und Teilhabe für alle Kinder, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen Situation, möglich macht und die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Betreuung sichert.

Pressemitteilungen und Stellungnahmen


Anlässlich des Internationalen Hurentages am 2. Juni 2020 mahnt der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb), die Covid-19-Pandemie nicht zum Anlass zu… mehr 

Anlässlich der anhaltenden Corona-Krise fordern der DF, der djb und das ZFF, Familien und Kinder nachhaltiger zu unterstützen und bei anstehenden… mehr 

Corona hat das Leben in Deutschland und in der Welt grundlegend verändert. Deutlich wird, dass die wirtschaftlichen und sozialen Kosten Frauen… mehr 

Die aktuell aus Gründen des öffentlichen Gesundheitsschutzes notwendigen Kita- und Schulschließungen betreffen weite Teile der Bevölkerung und stellen… mehr 

Während in der Bundesrepublik vieles still steht, geht die juristische Ausbildung ihren Gang. Diese Woche hat an vielen Universitäten die – digitale –… mehr 

Die jüngsten Berichte aus Städten wie z.B. Ellwangen, Bielefeld oder Bremen zeigen, dass ein wirksamer Schutz vor dem Coronavirus in… mehr 

In dieser Woche entscheidet die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsident*innen der Bundesländer über die weiteren Maßnahmen im Krisenmanagement der… mehr 

djb in der Presse


Die Frankfurter Rundschau berichtet über die über die Diskriminierung von Frauen beim Kurzarbeitgeld durch die Steuerklasse und zitiert die Berechnungen des djb, die die finanzielle Schlechterstellung von Frauen beim Bezug vom Kurzarbeitergeld aufzeigen. Link zur Webseite öffnen

Schon jetzt mehren sich die Fälle häuslicher Gewalt in Berlin. Wie können Beratungsstellen, Frauenhäuser und Rechtsanwälte den Betroffenen unter eingeschränkten Bedingungen helfen? Antworten auf diese Frage gibt unter anderem djb-Präsidentin Prof. Dr. Maria Wersig. Link zur Webseite öffnen