Regionalgruppenübergreifende Projekte


Equal Pay Day vor Ort

In den beiden Monaten bis zum Equal Pay Day am 7. März 2022 gibt es in mehreren Regionalgruppen (virtuelle) Veranstaltungen, an denen Sie weltweit willkommen sind teilzunehmen.

Der Equal Pay Day (EPD), der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, macht auf den bestehenden Gender Pay Gap aufmerksam und wird in zahlreichen Ländern an unterschiedlichen Tagen begangen. Der Aktionstag markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. So entspricht eine durchschnittliche unbereinigte Entgeltdifferenz von 21 Prozent einem Zeitraum von 77 Kalendertagen im Jahr. Mehr unter: www.equalpay.de.

Equal Pay ist dennoch keine abstrakte Forderung, sondern regelmäßig Gegenstand der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung.

In Deutschland haben bereits von vierzig Jahren die „Heinze-Frauen“ eine Entscheidung des BAG erreicht, die ihr Recht auf gleiche Bezahlung garantierte (Entscheidung vom 09.09.1981, BAG 5 AZR 1182/79, u.a. abgedruckt in NJW 1982, 461; mehr hier bei lto.de). Dieses Grundsatzurteil war wegweisend für viele weitere Entscheidungen, die folgten.

Leider müssen auch noch heute Frauen für gleiche Entlohnung kämpfen. Nicht immer gelingt eine außergerichtliche Klärung, wie ein Blick in die Entscheidungsdatenbank des BAG verdeutlicht. Kleine Erfolge zeigen sich aber: So hat die Abteilungsleiterin einer Versicherung Anfang 2021 auf gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen geklagt. Das BAG entschied, dass allein schon aus dem Umstand einer Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau eine (vom Arbeitgeber widerlegbare) Vermutung begründet werden könne, die Benachteiligung beim Entgelt sei des Geschlechts wegen erfolgt.

Eine weitere wichtige Entscheidung traf das BAG Mitte des Jahres. Eine ZDF-Redakteurin klagte vor dem BAG um Auskunft zur Überprüfung der Einhaltung des Entgeltgleichheitsgebots. Das BAG gab der Klage statt, denn in der Tat lag der Lohnunterschied bei ca. 18.000 EUR pro Jahr im Verhältnis zu männlichen Kollegen. Ungeachtet der Tatsache, dass das ZDF zwischenzeitlich die Entgelte veröffentlicht hat, kündigte die obsiegende Klägerin an, auch das BVerfG mit der Frage der Einhaltung von Art. 3 Abs. 2 und 3 GG im Rahmen einer Verfassungsbeschwerde anzurufen.

Die Politik fühlt sich dem Ziel des Equal Pay auf Bundes- und auf europäischer Ebene verpflichtet:

https://ec.europa.eu/germany/news/20210304-gleicher-lohn-gleiche-arbeit_de

 

Termine

08.02.2022, 19.30 Uhr - RG Franken (online)

Ist gleicher Lohn nur Verhandlungssache?

Rechtsanwältin Sarah Lincoln (Gesellschaft für Freiheitsrechte) gibt gemeinsam mit der Klägerin einen Einblick in ein aktuell von ihr geführtes Revisionsverfahren vor dem Bundesarbeitsgericht, in dem höchstrichterlich geklärt werden soll, dass individuelle Vereinbarungen oder Gehaltsforderungen kein objektives Kriterium zur Rechtfertigung eines Gehaltsunterschieds bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit sind.

 

 

09.02.2022, 19.30 Uhr - LV Brandenburg (online)

Digitale Auftaktveranstaltung – „Neues aus Brüssel": Equal Pay in Europa

Zum aktuellen Diskussionsstand auf europäischer Ebene, den Forderungen und Herausforderungen wird Dr. Katarina Barley, MdEP, die überregionale Veranstaltungsreihe zum Gender Pay Gap eröffnen.

 

 

15.02.2022, 19.00 Uhr - RG Oldenburg (online)

Gender Pay Gap – Warum tut sich unser Land so schwer mit equal pay?

Der “Comparable Worth Index”,  entwickelt von der Hans-Böckler-Stiftung: Ein Fieberthermometer für Unternehmen ermöglicht die Erfassung gleichwertiger Arbeit - wird sie auch gleich bezahlt? Uta Zech, Präsidentin der Business & Professional Women Germany wird einen Impulsvortrag zu diesem Thema halten. 

 

 

22.02.2022, 19.00 Uhr - LV Hamburg (online)

Entgeltgleichheit und Digitalisierung

Gast: PD Dr. Alexandra Scheele, Universität Bielefeld

 

 

02.03.2022, 19.00 Uhr - RG Halle

Was ist Arbeit eigentlich wert? - Bewertung und Wertschätzung von Arbeit in unterschiedlichen Tätgikeitsfeldern als Mitursache des Gender Pay Gap

Gast: Dr. Melanie Roski, Sozialwissenschaftlerin, Sozialforschungsstelle TU Dortmund

 

 

09.03.2022, 19.00 Uhr - LV Brandenburg

tba (Save the Date)

 

 

16.03.2022, 19.00 Uhr - LV Berlin

tba (Save the Date)