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70 Jahre djb: Viel erreicht – noch viel zu tun
Jubiläumsveranstaltung am 13./14. April 2018, Dortmund

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„Auf Anregung von Frau Rechtsanwältin Gethmann in Dortmund, Kaiserstraße 24 / Eingang Saarbrückerstrasse, hatten sich heute, am 28. August 1948, im Büro Gethmann folgende weibliche Juristen zusammengefunden: 1) Frau Rechtsanwältin Hildegard Gethman aus Dortmund, 2) Frau Regierungsrätin Anna Schlieper aus Düsseldorf, 3) Frau Rechtsanwältin Elisabeth Späth (Uhden) aus Dortmund-Barop, 4) Frau Rechtsanwältin Dr. Ruth Rogalski-Rohwedder aus Dortmund, 5) Frau Anwaltsassessorin Alma Schmidt-Perchner aus Dortmund-Körne, 6) Fräulein Assessorin Luise Purps aus Dortmund-Barop, 7) Fräulein Anwaltsassessorin Annette Schücking aus Dortmund-Kley.
Die Erschienenen gründeten durch einstimmigen Beschluss die „Vereinigung weiblicher Juristen und Volkswirte e.V.“ und hielte anschliessend die erste Mitgliederversammlung ab. Die Vereinigung hat ihren Sitz in Dortmund.“
(Auszug aus dem Versammlungsprotokoll vom 28. August 1948)
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Die Welt ist 70 Jahre später auch für Frauen eine andere. In Sachen Gleichstellung hat der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) viel erreicht. Von Anfang an setzte er sich für Gleichberechtigung und Frauenrechte ein. Erstes Ziel war, den Gleichberechtigungsgrundsatz im Grundgesetz zu verankern und für dessen Umsetzung zu sorgen. Außerdem sollten kompetenten Frauen berufliche Möglichkeiten in der jungen Bundesrepublik eröffnet werden. Wichtige Errungenschaften, die heute für uns selbstverständlich sind, wurden unter großem ehrenamtlichen Einsatz der Kolleginnen realisiert – von der Verfassungswidrigkeit des Stichentscheides des Vaters im Familienrecht, über die Reformen des Ehe- und Familienrechts, des ehelichen Namensrechts, dem Einsatz für Quoten im öffentlichen Dienst und in Aufsichtsräten in der Wirtschaft, zur Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe bis hin zum Sexualstrafrecht und der Kampagne „Nein heißt Nein“.

Beharrlich und hochkompetent – der djb hat auf vielen Ebenen Erfolg gehabt. Nicht alle Ziele konnten bisher erreicht werden, zum Beispiel fordert der djb seit Jahrzehnten (bisher) erfolglos eine Reform des Ehegattensplittings. Neue Themen kommen hinzu, wie die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Gleichstellung und die beruflichen Perspektiven von Frauen, Herausforderungen durch die Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin oder die in den letzten Jahren verstärkt geführten Debatten über Sexismus in der juristischen Ausbildung.

Fragebogen: Wir möchten wissen, was unsere Mitglieder heute vom djb erwarten, wie sie den Verband sehen und was sie zur Mitarbeit motiviert.

Ihre Antworten möchten wir – mit Ihrer Erlaubnis und auf Wunsch auch anonym – in der djbZ, auf unserer Homepage und/oder bei unserer Jubiläumsveranstaltung in Dortmund veröffentlichen.

Der Blick in die Verbandsgeschichte eröffnet auch Perspektiven für die Zukunft. Die Vielfalt der rechtspolitischen Themen, die Vernetzung über Regionen und juristische Berufsgruppen hinweg, die Nachwuchsförderung und die Zusammenarbeit mit anderen Frauenverbänden und die internationale Vernetzung zeichneten die Arbeit des djb von Anfang an aus. Ich danke allen Kolleginnen, die in den Kommissionen, Arbeitsgruppen, Regionalgruppen und Landesverbänden des djb aktiv waren und sind und wünsche uns für unsere weitere Arbeit viel Kraft und guten Mut.

Das Motto „Viel erreicht – noch viel zu tun“ der 50-Jahr-Feier 1998 in Dortmund passte auch für die 60-Jahr-Feier im Deutschen Bundestag 2008 in Berlin. Es ist heute noch richtig.

Jetzt aber wollen wir feiern. Ich lade Sie herzlich ein!

Prof. Dr. Maria Wersig
Präsidentin