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Abordnung und wissenschaftliche Mitarbeit

 

Abordnungen bieten insbesondere jüngeren Richterinnen und Staatsanwältinnen die Möglichkeit, andere Tätigkeitsfelder kennen zu lernen, und können ein Karrieresprungbrett sein. Eine zeitlich befristete Tätigkeit bei europäischen und internationalen Institutionen kommt auch für Juristinnen außerhalb des Justizdienstes in Betracht.

Die nachfolgenden Informationen geben eine Übersicht über die Vielzahl an Möglichkeiten. Dabei müssen Richterinnen und Staatsanwältinnen beachten, dass eine Bewerbung grundsätzlich auf dem Dienstweg abzugeben ist. Allerdings sollten sie bereits dann, wenn sich ihr Interesse an einer Abordnung konkretisiert hat, mit der zuständigen Personalstelle sprechen, weil nicht alle Stellen durch Ausschreibung besetzt werden. Da sich mehr männliche Richter und Staatsanwälte für eine Abordnung interessieren, besteht meistens Bedarf an abordnungsbereiten Frauen, so dass Frauen - ihre Eignung für die angestrebte Stelle vorausgesetzt - sehr gute Chancen haben.

Weitere Hinweise: Bewerbung

 

1. Landesjustiz und Landesverwaltung

Für Richter/innen und Staatsanwält/inn/e/n kommt zunächst eine Abordnung innerhalb der Landesjustiz oder zur Landesverwaltung in Betracht. Eine Erprobung, d. h. eine zeitlich befristete Tätigkeit, bei der nächsten Instanz (GenStA, OLG, LSG, OVG, LAG) oder dem Landesjustizministerium wird in fast allen Bundesländern für eine Beförderung vorausgesetzt. Die Reihenfolge der Erprobung geht in der Regel nach Listen, in die man ohne Zutun nach Dienstalter etc. eingereiht wird. Wer an der Reihe ist, wird von der Personalstelle gefragt. Abordnungen an andere Gerichtszweige (auch an das FG oder vom Gericht an die StA und umgekehrt) werden gelegentlich ausgeschrieben, gehen aber auch auf Eigeninitiative über den Dienstweg. Abordnungen an das Justizministerium (oder andere Landesministerien) werden in der Regel ausgeschrieben.

Weitere Hinweise: Landesjustiz
Weitere Hinweise: Landesverwaltung

 

2. Bundesebene

Auf Bundesebene gibt es die Möglichkeit der Abordnung an das Bundesverfassungsgericht, ein oberstes Bundesgericht (BGH, BVerwG, BFH, BSG, BAG), die Bundesanwaltschaft oder das Bundesjustizministerium. Auch andere Bundesressorts kommen in Betracht. Das Bundesverfassungsgericht beschäftigt als wissenschaftliche Mitarbeiter/innen auch Hochschulassistent/inn/en. Zunehmend öffnen sich die Bundesgerichte für junge, besonders qualifizierte Rechtanwält/inn/e/n.

Weitere Hinweise: Bundesebene

Nur für Mitglieder:
Ansprechpartnerinnen bei Bundesgerichten und Bundesanwaltschaft mit weiteren Informationen zur Bewerbung und den Bewerbungsvoraussetzungen.

 

3. Politischer Raum

Im politischen Raum bietet sich eine befristete Tätigkeit bei einer Bundes- oder Landtagsfraktion oder dem wissenschaftlichen Dienst im Bundestag oder den Landtagen an. Die Stellen werden in der Regel auf den Internetseiten der Fraktionen und Parlamente ausgeschrieben.

 

4. Europäische Ebene

Auf europäischer Ebene kommt grundsätzlich eine Abordnung an das Auswärtige Amt zur Mitarbeit in den deutschen Vertretungen (Ständige Vertretung des Bundes und Landesvertretungen in Brüssel) in Frage, andererseits bei den verschiedenen Institutionen wie zum Beispiel der Kommission als national expert oder Zeitbeamter bzw.- Zeitbeamtin, dem Europarat, den Europäischen Gerichtshöfen und für Staatsanwält/inn/e/n auch bei Eurojust. Hier muss allerdings die entsendende Behörde häufig weiter die Gehaltskosten tragen, sodass die Möglichkeiten einer Entsendung meist beschränkt sind.

Weitere Hinweise: Europäische Ebene

 

5. Internationale Ebene

Auf internationaler Ebene kann man zeitlich befristet bei den internationalen Strafgerichtshöfen, dem internationalen Seegerichtshof und überstaatlichen Einrichtungen wie zum Beispiel der UNO tätig werden.

Weitere Hinweise: Internationale Ebene

 

6. Direkter fachlicher Austausch

Schließlich gibt es den direkten fachlichen Austausch mit Richter/inne/n und Staatsanwält/inn/en bei Hospitationen in EU-Staaten (z.B. Bellevue-Programm der Robert-Bosch-Stiftung).