djb-Mitgliederversammlung 2003 - Berichte der Delegierten

Sabine Overkämping:
UNIFEM Deutschland: Das nationale Komitee des Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen

Das Deutsche Komitee für UNIFEM setzt sich seit 1991 für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen auf allen Ebenen in Entwicklungsländern ein. Gegründet aus Mitgliedsverbänden des Deutschen Frauenrates, versteht sich das Deutsche Komitee als Forum für alle, die sich für Entwicklungszusammenarbeit und ihre konkreten Auswirkungen auf Frauen interessieren.

Der djb ist Mitglied im Deutschen Komitee für UNIFEM und hat mich in der letzten Mitgliederversammlung beauftragt, den djb zu vertreten.

Schwerpunkt der Arbeit des Deutschen Komitees für UNIFEM ist die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit und rund um den Deutschen UNIFEM-Preis, der von der Stiftung Apfelbaum - Lernprojekt für Ko-Evolution und Integration e.V., Köln, angeregt wurde und finanziell unterstützt wird. Dieser wird seit 1999 jährlich für innovative und nachhaltige Frauenselbsthilfeprojekte in sich entwickelnden Ländern vergeben.

Nach der Beschäftigung mit Menschenrechtsthemen wird das Thema "Frauen und Umwelt" im Rahmen des Deutschen UNIFEM-Preises sein, nämlich "Erneuerbare Energien und Schutz der natürlichen Ressourcen in Genderperspektive" in 2003 sowie "Frauen und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft" in 2004.

Ich habe für den djb an der Mitgliederversammlung des deutschen Komitees für UNIFEM am 17. Januar 2003 in Bonn teilgenommen.

Die Vorsitzende, Anneliese MÜLLER, trug den Geschäftsbericht 2002 vor. Hervorzuheben ist, dass es aufgrund einer gemeinsamen Aktion des Vorstandes durch Spendenaufrufe und Anträge an alle relevanten Organisationen und Behörden, gelungen ist, die Arbeit des deutschen Komitees für UNIFEM auf eine solide Basis zu stellen. Im März 2002 konnte eine Halbtagskraft, Frau Dr. Jeannette SPENLEN, auf ABM-Basis eingestellt werden, um die Arbeit des ehrenamtlich tätigen Vorstands zu unterstützen. Frau Dr. SPENLEN hat u.a. die Preisverleihung des Deutschen UNIFEM-Preises 2002 unter dem Thema "Frauen als Friedensakteurinnen" vorbereitet und organisierte eine Fachtagung in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema "Frauen an die Friedenstische - Verhandlungen mit Genderperspektive".

Die ABM-Stelle wird ab 1. Januar 2003 aus Mitteln der NRW Stiftung Umwelt und Entwicklung finanziert. Das erklärt die Fokussierung auf das Umweltthema "Erneuerbare Energien" in 2003.

Die Preisverleihung am 26. November 2002, an der ich leider nicht teilnehmen konnte, ist nach dem Bericht und der Aussprache in der Mitgliederversammlung ein großer Erfolg gewesen. Sie fand im Kunstmuseum der Stadt Bonn statt. Die Preise (je 5.000 € von der Stiftung Apfelbaum in Köln) nahmen Christine LUUTU vom Uganda Social Catholic Training Centre und Lucia QUILA COLÓ von der Witwenorganisation CONAVIGUA, Guatemala, entgegen. Die Preisträgerinnen wurden von Inge von BOENNINGHAUSEN, der Vorsitzenden des Deutschen Frauenrates, interviewt. Die Podiumsdiskussion lieferte wichtige Beiträge zur Lage der Frauen in Afghanistan (Dr. MOHS, BMZ), und zur Beteiligung von Frauen am Wiederaufbau (Heike ALEFSEN, UNIFEM NY). Die Preisverleihung war gut besucht, wenn auch Bundesministerin Heidemarie WIECZOREK-ZEUL, die die Schirmfrauschaft übernommen hatte, nicht persönlich kommen konnte. Sie wurde durch ihren Staatsekretär Erich STATHER vertreten. Die Bürgermeisterin der Stadt Bonn, Dr. Pia HECKES, sprach ein Grußwort.

Das Pressegespräch mit den beiden Preisträgerinnen und Heike ALEFSEN, UNIFEM NY, das mit der Deutschen Gesellschaft für die VN im Haus der Geschichte stattfand, stieß auf eine beachtliche Presseresonanz (ca. 25 Medienvertreterinnen und -vertreter).

Im Rahmen der Fachtagung in Zusammenarbeit mit der Friechrich-Ebert-Stiftung zum Thema "Frauen an die Friedenstische - Verhandlungen mit Genderperspektive" hatten die Preisträgerinnen am 27. November 2002 die Gelegenheit, ausführlichere Informationen zu ihren Projekten zu geben. Heike ALEFSEN, UNIFEM NY, berichtete über Frauen in formellen und informellen Friedensprozessen und stellte das Gutachten "Women, War and Peace", das UNIFEM herausgegeben hat, vor.

Zentraler Diskussionspunkt der Mitgliederversammlung war die Diskussion um den neuen Vertrag (recognition agreement), den UNIFEM mit seinen Nationalkomitees abschließt. Problematisch ist hier die Regelung zur Spendeneinsammlung i.H.v. 50.000 $ pro Jahr. Die Vorsitzende führte aus, dass bislang 12 nationale Komitees unterschrieben hätten; 4 Unterschriften stünden noch aus, u.a. die des Deutschen Komitees. Alle, die bislang unterzeichnet haben, hätten im Vorfeld deutlich gemacht, dass die Summe unrealistisch sei. In einem regen e-mail-Austausch und nach telefonischer Rückversicherung mit UNIFEM NY sei geklärt worden, dass das Spendenaufkommen nicht zwingend sei (keine Sanktionen). Hintergrund sei der Versuch, die Aktivitäten der nationalen Komitees zu erhöhen. In zwei Jahren sei eine Überprüfung vorgesehen. UNIFEM NY hat Unterstützung zugesagt. Der Vertrag wird unterzeichnet werden mit Hinweis auf die nicht zwingende Regelung der Spendeneinsammlung sowie der Evaluierung dieser Regelung nach zwei Jahren.

Der Mitgliedsbeitrag ist auf 55 € festgesetzt worden (ab 2003, bislang 51,13 €).

Das Deutsche Komitee für UNIFEM hat am 21. März 2003 eine Veranstaltung zum Thema "Erneuerbare Energien und die Beteiligung von Frauen - Berichte aus dem südlichen Afrika" in Bonn durchgeführt.

Die Bewerbungen im Rahmen der Ausschreibung 2003 - Deutscher UNIFEM-Preis für nachhaltige Selbsthilfeprojekte von Frauen (insgesamt 10.000 €) konnten bis zum 20. Juni eingereicht werden.

Der Bericht ist kurz und doch sollte er eine Idee der Tätigkeiten des Deutschen Komitees für UNIFEM vermitteln. Gibt es Fragen?

Ich bin gerne bereit, den djb weiterhin im Deutschen Komitee für UNIFEM zu vertreten.


Sabine Overkämping arbeitet im ILO-Büro, Brüssel.

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