aktuelle informationen 2005 Heft 2

Erweiterte Möglichkeiten zum Networking für djb-Mitglieder
Neue Mailinglisten im Mitgliederbereich der djb-Website - Jetzt registrieren!

von Dagmar Brinkmann

Im vergangenen Jahr ist die Mailingliste JungeJuristinnen mit großem Erfolg gestartet. Dieses neue Austauschforum ermöglicht Diskussionen und die Weitergabe von Tipps und Erfahrungen junger Juristinnen zu den Themen Studium, Referendariat und Berufseinstieg. Mit der Mailingliste ist ein virtueller Informationsaustausch über Regionalgruppen und Landesverbände hinweg möglich. Wer schon immer mal wissen wollte, wie es ist, in Münster zu studieren, in Brandenburg Referendariat zu machen, in New York seine Wahlstation zu absolvieren, sich für einen LL.M.-Studiengang zu bewerben, die Übergangsphase nach Ende des Referendariats zu gestalten oder den ersten Arbeitsvertrag zu verhandeln, kann dies mit Hilfe der Mailingliste erfragen. Genauso können registrierte Mitglieder ihre Erfahrungen, wertvollen Hinweise oder gewonnenen Einsichten anderen mitteilen.

Mittlerweile sind ca. 120 junge Juristinnen in der Mailingliste registriert und tauschen rege ihre Fragen und Informationen aus. Es haben bereits persönliche Kennenlern-Treffen u.a. in Nordrhein-Westfalen und in Berlin stattgefunden. Und aus einigen Beiträgen der Mailingliste sind ganze Artikel in den "aktuellen informationen" entstanden.

Ermutigt durch diese positive Entwicklung hat sich der djb entschlossen, weitere Mailinglisten einzurichten. Auf Vorschlag des Arbeitsstabes Berufsorientierung, Karriereplanung, Mentoring werden dies die Mailinglisten

sein.

Die beiden zuerst genannten Mailinglisten wenden sich an einen - nach unserer Erfahrung - relativ kleinen Kreis von Mitgliedern: Unter "Finanzfrauen" verstehen wir sowohl die Steuerberaterin/Wirtschaftsprüferin als auch jede Mitgliedsfrau, die im Bereich Controlling, Finanzen und Rechnungswesen eines Unternehmens oder in der Finanzverwaltung tätig ist, genauso wie die Fachanwältin für Steuerrecht. Angesprochen sind alle Frauen, die sich im weitesten Sinne mit dem Steuerrecht und dem Rechnungswesen beschäftigen. Mit "Unternehmensjuristinnen" sind - wie es der Titel schon sagt - alle in der Privatwirtschaft (mit Ausnahme der Anwaltsbüros) abhängig beschäftigten Juristinnen gemeint, wie z.B. die Personalleiterin oder die Justitiarin.

Die Mailingliste Anwältinnen spricht dagegen die zahlenmäßig größte Berufsgruppe im djb an. Ein Drittel unserer Mitglieder sind - entsprechend den Angaben unserer Mitglieder anlässlich des Beitritts und im Laufe der (Mitglieds-)Zeit - Anwältinnen.

Wie sich aus der Aufzählung der verschiedenen Zielgruppen bereits ergibt, sind Überschneidungen denkbar: So ist die Fachanwältin für Steuerrecht "Finanzfrau", aber selbstverständlich auch Anwältin. Oder die im Bereich Controlling und Finanzen eines Unternehmens beschäftigte Juristin ist auch "Juristin in einem Unternehmen". Mehrfache Registrierungen sind deshalb möglich - und auch erwünscht. Eine Registrierung für die Mailinglisten ist über den online-Mitgliederbereich auf der djb-Website möglich. Einfach unter www.djb.de auf den Button "Mitgliederbereich" klicken und - soweit noch nicht geschehen - ein Passwort bei der Geschäftsstelle beantragen. Das Passwort verschafft den Zugang zum Mitgliederbereich und stellt sicher, dass auch tatsächlich nur Mitglieder dieses neue Angebot nutzen können. Im Mitgliederbereich führt der Link "Mailingliste" zur Registrierung. Hier finden sich auch weitere Hinweise zur Funktionsweise einer Mailingliste und "Top 10 Tipps für die Nutzung von Mailinglisten" (vgl. auch aktuelle informationen 1/2004).

Warum richtet der djb Mailinglisten ein, wenn es doch schon die Mitgliederdatenbank gibt?
Versuch einer Abgrenzung

Eine Mailingliste bietet die Möglichkeit, sich per Rund-E-Mail über bestimmte Themen, die für die jeweilige Zielgruppe von Interesse sind, auszutauschen. Bei der Mailingliste "Finanzfrauen" könnte es z.B. um wertvolle Tipps für den Umgang mit dem Finanzamt gehen ("Wann muss ich mit der Festsetzung von Verspätungszuschlägen rechnen?"). Die Juristin in einem Unternehmen könnte sich dafür interessieren, ob es in anderen Unternehmen Programme zur Frauenförderung und/oder zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt und wie diese organisiert werden. Und die Anwältin könnte nach Tipps fragen, wie sie die Verabschiedung von PKH- oder Kostenfestsetzungsbeschlüssen durch das Gericht beschleunigen kann. Ziel aller Mailinglisten ist es, die schnelle und unkomplizierte Weitergabe von Tipps und Erfahrungen zu diesen und anderen Themen zu ermöglichen. Sie sollen den Aufbau von persönlichen Netzwerken erleichtern und den bundesweiten Austausch der djb-Mitglieder untereinander über die Grenzen der Regionalgruppen und Landesverbände hinweg fördern.

Die Mailinglisten sind auch ein Ersatz für das bisherige Mentoringprogramm des Bundesvorstandes. Den Mitgliedern soll dadurch die Möglichkeit gegeben werden, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Im Gegensatz hierzu dient die Mitgliederdatenbank in erster Linie der Klärung von fachlichen (rechtlichen) Fragen. In dieser Mitgliederdatenbank sind mittlerweile (Stand: 17. April 2005) 300 Juristinnen, zwei Betriebswirtinnen und drei Volkswirtinnen mit ihren fachlichen Schwerpunkten eingetragen. Sie alle sind Expertinnen auf ihrem Fachgebiet und haben sich durch die Bekanntgabe ihrer Kontaktdaten bereit erklärt, als Ansprechpartnerinnen für Fachfragen zur Verfügung zu stehen.

Die djb-Mitgliederdatenbank: Eine Datenbank von verbandsinternen Expertinnen

Zur Erinnerung: Im djb sind bundesweit fast 2.600 Juristinnen und Wirtschaftswissenschaftlerinnen zusammengeschlossen. Sie arbeiten als Rechtsanwältinnen, Richterinnen und Staatsanwältinnen, im öffentlichen Dienst, in Verbänden oder in der freien Wirtschaft. Ihre spezifischen beruflichen Kompetenzen systematisch zu vernetzen, ist eine Herausforderung, der sich die Geschäftsstelle des djb in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsstab "Berufsorientierung, Karriereplanung, Mentoring" im Jahre 2001 gestellt hat. Deshalb wurde die Mitgliederdatenbank im passwortgeschützten Mitgliederbereich der djb-Website eingestellt. Hier können sich interessierte Frauen mit ihren Arbeitsschwerpunkten zu erkennen geben. Sie können aber auch gezielte Recherchen z.B. nach Berufs- oder Fachkolleginnen durchführen, zu denen sie dann direkt Kontakt aufnehmen können.

Interessierte djb-Mitglieder tragen in dieser Datenbank ihre persönlichen und beruflichen Daten sowie Schwerpunkte selbst ein. Die Eingabedaten können jederzeit geändert oder ergänzt werden. Die Datenbank steht ausschließlich den Mitgliedern des djb zur Verfügung. Nur Mitglieder erhalten auf Anfrage einen Benutzernamen und ein persönliches Passwort, die für den Zugriff erforderlich sind, und jede einzelne Kollegin, die sich dort einträgt, kann selbst bestimmen, welche Daten bei einer Recherche an andere Mitglieder zur Kontaktaufnahme ausgegeben werden. Das bedeutet gleichzeitig, dass jede Einzelne aufgerufen ist, ihre Daten auch zu pflegen. Denn nichts ist ärgerlicher, als eine Expertin im Netz gefunden zu haben und dann keinen Kontakt mit ihr aufnehmen zu können, weil die Kontaktdaten veraltet sind.

Die Recherchemöglichkeiten stehen nur djb-Mitgliedern zur Verfügung, die ihre Daten in die Datenbank eingegeben haben. Damit soll jedoch keine ausgeschlossen werden, die sich selbst nicht als Expertin ansieht. Auch Studentinnen entscheiden sich bereits früh für einen Studienschwerpunkt, den sie dann als ihren Tätigkeitsschwerpunkt benennen können.

Die näheren Einzelheiten zur Dateneingabe und zur Recherche können im Internet nachgelesen werden.

Der djb bietet mit den neu eingerichteten Mailinglisten, der Mailingliste Junge Juristinnen und der Mitgliederdatenbank seinen Mitgliedern ein umfangreiches Instrumentarium zum gegenseitigen fachlichen und persönlichen Austausch. Diese Angebote leben jedoch nur von der regen Teilnahme der Mitglieder. Freuen wir uns also auf interessante Fragen, Diskussionen und Einsichten.

Dagmar Brinkmann ist Referentin im Hessischen Ministerium der Finanzen und Mitglied des djb-Arbeitsstabs Berufsorientierung und Karriereplanung.

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