Jutta Wagner

beim „Frauendinner Corporate Governance: Mehr Frauen in die Aufsichtsräte!“ des Deutschen Juristinnenbundes am 18. Oktober 2007 in Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrter Herr Eisenach,
liebe Frau Ministerin Zypries,
sehr geehrte Frau Pyke,
sehr geehrter Herr Dr. Cromme,

im Namen des Deutschen Juristinnenbundes begrüße ich Sie alle sehr herzlich zum zweiten, sozusagen namensgebenden Teil unserer Veranstaltung Frauendinner – Corporate Governance.

Zunächst einmal gilt mein Dank, Herr Eisenach, Ihrem Hause, der Deutsche Bank AG, für die ungeheure Großzügigkeit, mit der Sie zum Zustandekommen dieses Abends beigetragen haben.

Dieser Abend wäre ohne diese Unterstützung und auch ohne die Unterstützung unseres weiteren Sponsors, Egon Zehnder International, nicht möglich gewesen. Es passt zur Unterstützung Ihres Hauses, Herr Eisenach, dass gerade vor einigen Tagen auf Ihrer konzerninternen Tagung "Women in European Business" von Herrn Ackermann die Ausschöpfung des besonderen Potentials weiblicher Arbeitskräfte angemahnt worden ist.

Ihnen, Frau Ministerin Zypries, danke ich sehr dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen, heute bei uns zu sein und uns, wie in vielen anderen Fällen auch, bei diesem Anliegen zu unterstützen.

Ohne Sie, lieber Herr Cromme, dies habe ich Ihnen im ganz frühen Stadium unserer Planung einmal geschrieben, hätten wir die heutige Veranstaltung nicht durchgeführt. Ohne Sie und die Corporate Governance-Kommission, der Sie vorstehen, bringen wir unser Anliegen – mehr Frauen in die deutschen Aufsichtsräte – nicht voran.

Ich danke Ihnen ganz außerordentlich dafür, dass Sie trotz aller Schwierigkeiten heute hier bei uns sind. Ich nehme mir die Freiheit, die als Zeichen dafür zu werten, dass auch Sie die Bedeutung unseres Anliegens richtig würdigen. Wir werden in Ihrer Dinnerspeech sicherlich davon hören.

Meine Damen und Herren,

es soll hier heute nicht bei frommen Wünschen und Reden bleiben. Wir haben im Vorfeld dieser Veranstaltung beraten, wie wir außer mit dem Dringen auf rechtliche Regelungen unser Anliegen voranbringen können. Dem Befund, es gebe zu wenig Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft, wird immer entgegengehalten, dass es einfach nicht genug Frauen mit entsprechenden Führungsqualitäten gebe.

Um diesen Argument entgegenzutreten, haben wir eine Liste erstellte, die immerhin rund 400 Namen umfasst. Auf dieser Liste stehen Frauen, die bereits Führungspositionen in der Wirtschaft ausüben und ausgewiesen und bereit sind, dies auch in Aufsichtsräten zu tun. Es freut mich sehr, Herr Dr. Cromme, Ihnen diese Liste nachher überreichen zu dürfen.

Wir hoffen und vertrauen sehr darauf, dass diese Liste und die heutige Veranstaltung ein Beitrag sind, um die Bemühungen der deutschen Wirtschaft voranzubringen, der Vereinbarung zwischen ihren Spitzenverbänden und der Bundesregierung gerecht zu werden, für mehr Geschlechtergerechtigkeit bei Führungspositionen in der Wirtschaft zu sorgen.

Lassen Sie mich abschließend eines sagen: Es liegt gewissermaßen in unserer Natur als Deutscher Juristinnenbund, auf die Wirksamkeit und Effizienz verbindlicher Regelungen auch zur Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit zu vertrauen. Wenn wir uns bisher und bis jetzt die Forderung nach verbindlichen Quoten, die in Skandinavien in unterschiedlicher Ausprägung schon bestehen und hier auch gefordert werden, nicht zueigen machen, muss dies nicht so bleiben. Geduld wird gemeinhin zu den guten, auch weiblichen Eigenschaften gezählt. Frauen üben sich lange und in vielem in Geduld. Da Sie darin nun aber längst Meisterinnen geworden sind, ist es irgendwann an der Zeit, etwas Neues zu üben: Ungeduld.

________________________________________________

Jutta Wagner ist Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes. Sie ist Rechtsanwältin und Notarin in Berlin.

Mitgliederbereich
Noch nicht registriert?
Passwort vergessen?