Jüdische Juristinnen und Juristen
Das Projekt "Wir waren Nachbarn" im Rathaus Berlin-Schöneberg
Seit 2005 dokumentiert das Erinnerungsprojekt "Wir waren Nachbarn" im Rathaus Schöneberg u.a. anhand persönlicher Fotos und Dokumente die Lebensgeschichten von bislang 136 ehemaligen jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn. Die Ausstellung ist als work-in-progress angelegt. Der gemeinnützige Förderverein "frag doch! Verein für Begegnung und Erinnerung e.V." begleitet das Projekt seit 2005. Bisher wurde es vom Bezirk Tempelhof-Schöneberg realisiert, der künftig (nur noch) den Raum im Rathaus und Honorarmittel zur Verfügung stellt, die den laufenden Betrieb gewährleisten.
Das Projekt benötigt Spenden für die weitere kontinuierliche inhaltliche Arbeit.
Der Schwerpunkt der Ausstellung "Wir waren Nachbarn" liegt gegenwärtig auf der Berufsgruppe der verfolgten jüdischen Jurist/inn/en und Mitarbeiter/innen des öffentlichen Dienstes. Darunter ist Dr. Margarete Berent, die erste Juristin in Preußen und eine der Gründerinnen des Deutschen Juristinnen-Vereins. Der djb hat ihr 2003 eine Gedenktafel, angebracht am Haus ihrer Kanzlei, in der Goltzstraße 34 in Berlin-Schöneberg gewidmet.
Auch Rechtswältin und Notarin Erna Proskauer (1903–2001), langjähriges djb-Mitglied, ist dabei. Ihr Vater, Rechtsanwalt Georg Aronsohn, starb 1943 in Theresienstadt. Sie war bis zur Emigration 1933 Richterin, zunächst beim Amtsgericht Schöneberg. Nach ihrer Rückkehr aus Palästina/Israel 1953 nach Berlin wurde sie Anwältin und später auch Notarin, da ihr die Richterlaufbahn inklusive einer angemessenen Entschädigung von den Behörden verweigert wurde.
Beide Juristinnen sind mit Biografien im Juristinnenlexikon vertreten.
